Nach anfänglichem Verdacht in Berlin-Kladow : Komapatientin wurde nicht missbraucht

Der Verdacht des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Komapatientin in einer Rehaklinik in Kladow hat sich nicht bestätigt. Die Polizei entdeckte keine Spuren, die auf einen Missbrauch hinweisen.

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Die Ermittlungen laufen. (Symbolbild)
Die Ermittlungen laufen. (Symbolbild)Foto: dpa

Bei kriminaltechnischen Untersuchungen seien keine Anhaltspunkte für einen sexuellen Mißbrauch festgestellt worden, teilte die Polizei am Donnerstagnachmittag mit. Der Leiter der Kladower Rehaklinik sagte in einer Erklärung: "Unsere Befürchtungen, es könne einen Fall sexuellen Missbrauchs in unserer Klinik gegeben haben, haben sich nicht bestätigt. Vor allem im Hinblick auf die Patientin und das unermessliche Leid, das sich im Fall eines Missbrauchs für sie ergeben hätte, sind wir über das unumstößliche Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchungen erleichtert und froh."

Polizei: Keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass ein auf Sexualdelikte spezialisiertes Fachkommissariat des Landeskriminalamtes in der Klinik am Kladower Damm Ermittlungen aufgenommen hatte. Ein Krankenpfleger hatte die Klinikleitung am Dienstag eingeschaltet, nachdem er bei der Komapatientin Anzeichen eines Missbrauchs entdeckt hatte. Nach zwei Tagen intensiver Spurensicherung und Laboranalysen konnten die Kriminaltechniker den grausigen Verdacht nun entkräften. Weder am Körper der Patientin noch an ihrer Kleidung konnten die Experten Hinweise auf ein Sexualverbrechen finden.

Schwierige Spurensuche

Man sei sämtlichen Spuren "äußerst gründlich" nachgegangen, hieß es bei der Polizei. Der Nachweis eines sexuellen Missbrauchs ist schwierig: Das mutmaßliche Opfer ist meist auch einziger Zeuge der Tat; etwaige DNA-Spuren können leicht weggewaschen werden. Drei Tage nach dem Missbrauch sind sie – außer auf Kleidungsstücken – kaum noch nachweisbar.

Hinzu kommt, dass äußere und innere Verletzungen so schnell wie möglich von Forensikern dokumentiert werden müssen, damit etwaige Missbrauchsbefunde vor Gericht verwendet werden können. In den letzten Jahren sind in Berlin mehrere Fälle tatsächlichen oder mutmaßlichen Missbrauchs bekannt geworden: Betroffen waren Kliniken in Buch, Schöneberg und Wedding.

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