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Nach Angriff auf Austauschschüler : Noch keine heiße Spur zum Messerstecher

Nach der Messerattacke auf einen 16-Jährigen aus Bolivien geht die Mordkommission einem ersten Hinweis nach - allerdings gibt es laut Polizei noch keine "heiße" Spur zum Täter. Dem Opfer geht es derweil besser.

Foto: dpa

Die Polizei fahndet, wie berichtet, nach einem etwa zwei Meter großen Mann mit "südländischem" Aussehen, der in der Nacht zu Donnerstag gegen 0.15 Uhr in einem hellen Auto mit glänzenden Felgen am Halleschen Ufer unterwegs war. Neben dem Täter sollen drei Frauen - eine mit blond gelockten langen Haaren, zwei mit Kopftüchern - in dem Auto gesessen haben. Die Identität des Täters und seiner Mitfahrerinnen ist nach Angaben der Polizei weiter unklar; auch über Marke und Modell des Autos konnte die Polizei bis zum Freitagmittag keine Auskunft geben.

Dem 16-jährigen Opfer ging es am Freitagnachmittag nach Auskunft der bolivianischen Botschaft bedeutend besser. Die behandelnden Ärzte hätten den Genesungsprozess als "sehr zufriedenstellend" beurteilt, erklärte ein Sprecher. Nach der Messerattacke schwebte der Jugendliche kurzzeitig in Lebensgefahr und musste im Urbankrankenhaus notoperiert werden. Laut einer Botschaftssprecherin stammt er aus Santa Cruz, der größten Stadt des südamerikanischen Staates. Bereits am Donnerstag hatten Botschaftsangehörige den Schüler im Krankenhaus besucht - allerdings habe er zu diesem Zeitpunkt noch auf der Intensivstation gelegen und sei nicht ansprechbar gewesen. Unter Berufung auf die behandelnden Ärzte teilte die Botschaft am Freitagnachmittag mit, dass der 16-Jährige eventuell noch am Freitag von der Intensivstation auf eine normale Station verlegt werden könne.

Die Mutter des Jungen wurde nach Angaben der Botschaft über den Angriff auf ihren Sohn informiert. Sie ist auf dem Weg nach Deutschland und soll morgen in Berlin eintreffen. "Wir hoffen, dass er das Krankenhaus in zwei bis drei Tagen verlassen kann", erklärte eine Botschaftssprecherin am Freitagmittag. Die Sprecherin geht davon aus, dass der Junge mit seiner Mutter nach Bolivien zurückkehren wird, sobald sein Gesundheitszustand dies zulässt.

Der 16-Jährige war im Rahmen eines Schüleraustausches nach Deutschland gekommen und hatte laut Botschaft in München gelebt. Der Austausch sollte im Februar enden; vor der Rückkehr nach Bolivien wollte der 16-Jährige mit einigen Freunden Silvester in Berlin feiern. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde der 16-Jährige vor dem U-Bahnhof Hallesches Tor von dem unbekannten Autofahrer in die Brust gestochen - aus nichtigem Anlass. Der Täter fühlte sich von der Gruppe jugendlicher Fußgänger behindert.

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