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Nach Anzeige wegen Hundegebells : Mutter und Kind in verwahrloster Wohnung überrascht

In der Nacht zu Freitag überraschten Beamte eine alkoholisierte Mutter und ihr sechsjähriges Kind in einer stark verdreckten Wohnung im Schlaf. Anwohner hatten wegen anhaltenden Hundegebells die Polizei informiert, die nun wegen Verletzung der Fürsorgepflicht ermittelt.

Eine alkoholisierte Mutter wurde mit ihrer Tochter in einer Weddinger Wohnung im Tiefschlaf von der Polizei überrascht. Anwohner hatten in der Nacht zu Freitag die Beamten gerufen, weil aus der Wohnung bereits seit längerem Hundegebell zu hören war. Wie ein Polizeisprecher sagte, war die Wohnung war stark verdreckt und roch nach Tierkot.

Gegen 23:30 Uhr versuchten die Polizisten, die Mieterin durch Klingeln und lautes Klopfen zum Öffnen ihrer Wohnungstür zu bewegen. Da niemand aufmachte, riefen die Beamten die Feuerwehr, da sie ein Unglück vermuteten. Die Einsatzkräfte fanden die 37-Jährige Mieterin mit ihrer sechsjährigen Tochter tief schlafend im Wohnzimmer der 3-Zimmer-Wohnung vor. Erst nach mehrmaligem Schütteln konnte die alkoholisierte Mutter geweckt werden.

Die Fußböden der Wohnung, in der auch zwei Hunde und Kaninchen gehalten werden, waren stark verschmutzt und teilweise mit Tierkot verunreinigt. Auf dem eingeschalteten Gasherd in der Küche fanden die Beamten einen Topf mit angebrannten Kartoffeln, von dem bereits Rauch aufstieg. Die Mutter sagte, sie habe die Kartoffeln am frühen Abend aufgesetzt und sei dann eingeschlafen. Weil die 37-jährige Mutter ihre Fürsorge- und Erziehungspflicht grob vernachlässigt hat, wurde ein Strafverfahren gegen die 37-jährige Mutter eingeleitet. Das Mädchen dürfe vorerst daheim bleiben, allerdings sei das Jugendamt zur Prüfung eingeschaltet worden, teilte die Polizei am Freitag mit.

Im Verlauf des Jahres waren in Berlin wiederholt Kinder aus verwahrlosten Wohnungen gerettet worden. Die meisten werden zumindest vorübergehend vom Jugendamt untergebracht. Eine Statistik über ähnliche Fälle für 2010 liegt laut Polizei und Landessozialverwaltung noch nicht vor. (dapd)

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