Nach Messerattacke : War der Freund des Opfers der Täter?

Die Messerstiche am Sonnabend auf eine Frau in Kreuzberg bleiben rätselhaft: Die Mutter des Opfers erhebt schwere Vorwürfe gegen deren Freund.

Tanja Buntrock

Nach der Messerattacke auf eine 24-Jährige am Sonnabend in Kreuzberg erhebt die Mutter des Opfers schwere Vorwürfe gegen deren Lebensgefährten. Er soll es gewesen sein, der ihre Tochter niedergestochen und geschlagen hat. Er tyrannisiere sie seit Jahren. Aus Angst vor der streng gläubigen türkischen Familie ihres Lebensbefährten habe ihre Tochter sich bislang nicht getraut, sich von dem Mann zu trennen. Wie in einer Teilauflage berichtet, haben die Ermittler Zweifel an dem, was sich angeblich am Samstagabend in der Wohnung am Mehringplatz abgespielt haben soll. Das Opfer, Sonja S. – eine Deutsche, deren Mutter Türkin ist – sagte aus, es habe an der Tür geklingelt. Als sie öffnete, habe ein schwarz maskierter Mann sie wortlos niedergestochen. Ihr Lebensgefährte, Berhan S. sei in der Wohnung gewesen und habe die Polizei gerufen. Sonja S. kam in eine Klinik.

„Seit Jahren wird meine Tochter von ihrem Freund verprügelt“, sagte die Mutter, Gürsel S., dem Tagesspiegel. Das Paar habe eine gemeinsame Tochter (1). „Das Kind ist jetzt bei seiner Familie“, sagte sie. Ihre Tochter habe Berhan S. als 17-Jährige kennengelernt. Schon vor fünf Jahren habe der Mann Sonja S. während ihres Praktikums in einem Kosmetiksalon „grün und blau geschlagen“, schildert sie. „Doch er und seine streng gläubige Familie haben ihr immer wieder gedroht, sie und mich umzubringen, wenn sie bei der Polizei aussagt“, behauptet die Mutter. Nach Tagesspiegel-Informationen ist Berhan S. polizeibekannt: Elf Anzeigen wegen Bedrohung, mehrerer Nötigungen, Körperverletzungen und Beleidigungen stehen in seiner Akte.

„Wir prüfen alle Vorwürfe. Die Vernehmungen der Beteiligten dauern noch an“, hieß es bei der Polizei. Ein Ermittler sagte, es sei sehr schwierig, die Frau zu schützen, „wenn sie nicht bereit ist, sich zu trennen“. Man könne das Opfer nicht dazu zwingen. Laut Gürsel S. hat ihre Tochter immer wieder Anzeigen gegen ihren Peiniger zurückgezogen, die Aussage verweigert oder auch früher bereits die Version vom „Mann mit der Maske“ geschildert. tabu

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