Nach Razzien : Polizei verhaftet Schleuser-Chef

Mit Durchsuchungen in mehreren Bundesländern sind Bundespolizei und Staatsanwaltschaft Hamburg gegen organisierte Kriminalität vorgegangen. Bei der Aktion am Sonntag zerschlugen sie eine international agierende Schleuserbande.

Mit groß angelegten Durchsuchungsaktionen sind Ermittler am Sonntag gegen eine international agierende Schleuserbande vorgegangen. Beamte durchsuchten zahlreiche Objekte in Berlin sowie unter anderem in Hamburg und Hannover. Dabei wurden drei Männer im Alter von 34, 44 und 45 Jahren festgenommen. Unter ihnen befinde sich auch der Kopf der türkischen Tätergruppe, heißt es.

Insgesamt waren 250 Bundespolizisten im Einsatz. Sie beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial, darunter Computer, Speichermedien, Dokumente, Munition sowie einen Pkw. Seit Dezember 2010 ermitteln die Beamten gegen insgesamt acht Beschuldigte wegen gewerbs- und bandenmäßiger Schleusung von Ausländern, Urkunden-, Geld- und Wertzeichenfälschung sowie Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bei diesen Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Verdächtigen sich netzwerkartig zusammengeschlossen hatten, um aus den arbeitsteilig organisierten Schleusungen hohe Gewinne zu erzielen.
Auch Drogenhandel und Geldfälschung betrieben

So wurden die Geschleusten den Angaben zufolge mit hochwertig gefälschten oder verfälschten Pässen ausgestattet. Hierzu nutzten die Beschuldigten bei Einbrüchen in deutsche Behörden erbeutete Aufenthaltstitel. Ermittlungen ergaben, dass türkische Staatsangehörige per Pkw aus Bosnien-Herzegowina über Kroatien, Slowenien und Österreich nach Deutschland eingeschleust wurden. Teilweise wurden sie unmittelbar nach ihrer Ankunft in der Bundesrepublik in illegale Beschäftigung etwa auf dem Bau vermittelt, woran die Drahtzieher ebenfalls mitverdienten. Ein weiterer Zweig der Bande befasste sich zudem mit Drogenhandel. Und bei ihren Ermittlungen zur gewerbs- und bandenmäßigen Geldfälschung konnten Bundespolizisten auch die Fälschung von Travellers Cheques nachweisen.

Zum Abschluss der Aktion sagte Bundespolizei-Einsatzleiter Helgo Martens: „Die heutige Festnahme- und Durchsuchungsaktion gegen den aufgedeckten Schleuser- und Fälscherring hat einmal mehr gezeigt, dass es sich bei diesen Delikten nicht um humanitäre Flüchtlingshilfe handelt, sondern um organisierte Kriminalität, die typischerweise mit der Ausbeutung von Menschen und der Schädigung staatlicher Sozialsysteme verbunden ist.“ (dapd)

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