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Nach Spinnenbiss in Berlin : Experte identifiziert Raubspinne

Eine Spinne versetzte am Dienstag das gesamte Ringcenter in Aufregung. Ein Experte des Naturkundemuseums identifizierte das Tier am Donnerstag als Raubspinne.

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Spinnenalarm im Blumenladen: Eine noch unbekannte Spinnenart biss eine Verkäuferin. Auf diesem Bild ist eine Vogelspinne zu sehen.
Spinnenalarm im Blumenladen: Eine noch unbekannte Spinnenart biss eine Verkäuferin. Auf diesem Bild ist eine Vogelspinne zu sehen.Foto: dpa

Die Spinne, die am Dienstag eine Blumenverkäuferin im Ringcenter gebissen hat, gehört nach Angaben von Jason Dunlop, Spinnenexperte des Berliner Naturkundemuseums, "höchstwahrscheinlich" zur Familie der Raubspinnen. Nach Angaben von Dunlop seien Raubspinnen "normalerweise" nicht in Deutschland heimisch, daher sei zu vermuten, dass es sich um eine tropische Spinne aus Kenia oder Paraguay handele. Aus diesen Ländern stammten die Blumen, in denen sich die Spinne versteckt hatte. Der Körper der Spinne sei 1,5 Zentimeter lang, die Beinspanne betrage fünf Zentimeter - insgesamt habe die Spinne einen Durchmesser von 6,5 Zentimetern, so Dunlop. Weitere Untersuchungen sollen in den nächsten Tagen folgen, um die Art des Tiers endgültig zu bestimmen.

Bereits am Mittwoch hatte das Veterinäramt Lichtenberg vermutet, dass es sich um eine Raubspanne handele. Raubspinnen sind leicht giftig: Ein Biss kann bei Menschen zu Hautreizungen führen. Weil es mehrere hundert verschiedene Arten von Raubspinnen gibt, ist die genaue Identifikation der Spinne schwierig. Spinnenexperten (Arachnologen) unterscheiden Arten anhand der Anordnung der Augenpaare.

Am Dienstagmorgen war eine Blumenverkäuferin nach eigenen Angaben von der Spinne gebissen worden. Die Verkäuferin wurde mit Hautrötungen ins Krankenhaus gebracht. Die Beschwerden der Verkäuferin legten sich schnell. Die Polizei sperrte zeitweise Teile des Ringcenters, um das Tier zu fangen. Erst am frühen Dienstagabend konnte ein Schädlingsbekämpfer die Spinne einfangen.

Dass sich Spinnen und andere exotische Tiere hierher verirren, geschieht immer wieder: Vor knapp zwei Jahren haben Mitarbeiter eines Discounters in Buckow beim Auspacken von Bananenkisten eine brasilianische Wanderspinne entdeckt – glücklicherweise hat das Tier nicht zugebissen. Ein halbes Jahr zuvor war einer 62-Jährigen aus Klosterfelde (Brandenburg) der Kauf eines Blumenstraußes fast zum Verhängnis geworden: ein Skorpion sprang plötzlich heraus und stach der Frau ins Bein. In Todesangst schüttelte sie das Tier ab und trat es tot. Sie wurde in einer Klinik behandelt.

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