Nach Verfolgung in Tiergarten/Charlottenburg : Drogenfahrt endet auf Mittelinsel am Ernst-Reuter-Platz

Am frühen Mittwochmorgen flüchtete ein 23-jähriger Audifahrer auf der Straße des 17. Juni vor einer Polizeikontrolle. Die Flucht endete mit einem Unfall am Ernst-Reuter-Platz.

von und Bodo Straub
Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.
Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.Foto: dpa/Archiv

Der schwarze Audi mit vier Insassen - zwei jungen Männern, zwei jungen Frauen - war einer Funkstreife gegen 2.30 Uhr auf der Straße des 17. Juni aufgefallen. Laut Polizei hatten die Beamten eine "auffällige Fahrweise" beim Fahrer des Wagens festgestellt. Als die Polizisten den Audi auf Höhe des Großen Sterns anhalten und kontrollieren wollten, gab der 23-jährige Fahrer des Audis Gas und raste in Richtung Brandenburger Tor davon. Die Polizisten nahmen die Verfolgung mit Blaulicht und Martinshorn auf. "Sie sind dem Wagen mit angemessener Geschwindigkeit hinterhergefahren", sagte ein Polizeisprecher.

Die Flucht dauerte zehn Minuten

Der 23-Jährige raste über Ebertstraße, Lennéstraße, Tiergartenstraße, Budapester Straße und die Hardenbergstraße - immer mit der Polizei im Schlepptau. Ob er dabei auch rote Ampeln überfuhr, ist unklar - laut Polizei schaltete er bei der Fahrt aber mehrfach das Licht an seinem Auto aus, um die Verfolgung zu erschweren. Gegen 2.40 Uhr fuhr der 23-Jährige am Ernst-Reuter-Platz viel zu schnell in den Kreisverkehr und verlor die Kontrolle über den Audi. Der Wagen brach nach links aus, fuhr auf die begrünte Mittelinsel und krachte dort gegen einen Motorroller. Der Roller flog in die Brunnenanlage auf dem Ernst-Reuter-Platz; der Audi fuhr noch etwa dreißig Meter weiter, bevor er zum Stehen kam. "Der Wagen war infolge der Kollision nicht mehr fahrtüchtig", erklärte die Polizei.

Unfallfahrer hatte keine Fahrerlaubnis

Die Insassen des Wagen kletterten unversehrt aus dem Wrack. Neben dem 23-jährigen Fahrer saßen noch ein 19-Jähriger, eine 17-Jährige und eine 22-Jährige mit im Auto. Der Fahrer wurde von der Polizei festgenommen. Als die Beamten seinen Führerschein sehen wollten, gab er zu, keinen zu besitzen. Außerdem habe er vor der Fahrt Drogen genommen, räumte der Unfallfahrer ein - ein Bluttest soll nun zeigen, welche Substanzen er konsumiert hatte. Bei der weiteren Überprüfung stellte sich auch noch heraus, dass der Audi nicht mehr zugelassen und mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs war; laut Polizei waren die Kennzeichen am 1. Oktober gestohlen gemeldet worden.

Im September endete eine Verfolgungsjagd tödlich

Der Fall weist Parallelen zu der Verfolgungsjagd vom 21. September auf, ging aber für die Beteiligten ungleich glimpflicher aus. Damals war ein 21-jähriger Intensivtäter in der Potsdamer Straße vor einer Polizeikontrolle geflüchtet. Die Flucht endete mit einem schweren Verkehrsunfall an der Ecke Gneisenaustraße/Zossener Straße in Kreuzberg, als das Fahrzeug des Intensivtäters mit einem Streifenwagen der Polizei kollidierte. Der Beifahrer des Intensivtäters wurde im Wrack des Wagens eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt; am 24. September starb er an seinen Verletzungen.

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