Nachruf : Nach Tötung des Lebensgefährten freigesprochen

Das Landgericht Berlin hat eine 29-jährige Buchhalterin vom Vorwurf des Totschlags an ihrem Lebensgefährten freigesprochen. Nach Angaben einer Justizsprecherin vom Mittwoch konnte das Gericht nicht ausschließen, dass die Frau aus Notwehr handelte.

Die aus Lettland stammende Frau war angeklagt, im Januar dieses Jahres ihren Lebensgefährten in der Spandauer Wohnung nach einem Streit mit einem Stich in den Bauch getötet zu haben. Die Angeklagte hatte zwar bei Nachbarn um Hilfe gebeten, doch ein Notarzt konnte das Leben des Mannes nicht mehr retten. Der 25-jährige lettische Profischwimmer verblutete am Tatort.

Es gebe viele Indizien für eine Notwehrlage, hieß es. So sei die Wohnung verwüstet gewesen und die Frau habe Verletzungen gehabt.

Gegenüber der Polizei habe die Angeklagte berichtet, vom Opfer mit einem Messer bedroht worden zu sein. Im Prozess habe sie dann auf Erinnerungslücken verwiesen, die ein Sachverständiger „aufgrund eines so traumatischen Erlebnisses“, als „glaubhaft“ bezeichnet habe.

Der Verteidiger hatte bereits bei Prozessbeginn auf Notwehr verwiesen. Seinen Angaben nach gab es Hinweise, dass die Frau von dem späteren Opfer geschlagen wurde. Auch die Wohnung sei „total verwüstet“ gewesen, was auf ein „Kampfgeschehen“ deute, sagte er. An die Tat konnte sich die 29-Jährige nicht genau erinnern, weil sie alkoholisiert gewesen war. Die Blutalkoholprobe hatte einen Promillewert von über 2,0 ergeben. ddp

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