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Nacht zum Montag : Polizei fasst mehrere Graffiti-Sprayer in Wilmersdorf und Pankow

Zusammen mit Mitarbeitern der BVG konnte die Polizei vier Graffiti-Sprayer in Wilmersdorf festnehmen. Auch in Pankow gelang der Zugriff. Währenddessen läuft die Fahndung nach dem Messerstecher von Friedrichshain auf Hochtouren.

Martin Niewendick
Foto: dpa

Kurz nach 2 Uhr in der Nacht zu Montag: Fünf Männer steigen aus dem Notausstieg eines U-Bahntunnels auf den Nürnberger Platz. und machen sich auf den Weg zu einem geparkten Auto in der Schaperstraße. Zu ihrem Pech werden sie dabei von zwei Mitarbeitern der BVG beobachtet. Als die verdächtige Gruppe die Mitarbeiter bemerkt, rennen sie davon - vier zu einem Audi in der Meineckestraße, einer entkommt. Die anderen vier fahren in Richtung Kurfürstendamm davon.

An der Meineckestraße Ecke Lietzenburger Straße ist allerdings eine Zivilstreife der Polizei unterwegs. Die Beamten werden auf die rennenden BVG-Mitarbeiter aufmerksam. Als die Mitarbeiter auf den davonfahrenden Audi zeigen, nimmt die Polizei die Verfolgung auf und stoppt die Flüchtenden mit Hilfe weiterer Beamter an der Ecke Kurfürstendamm. Im Wagen der Verdächtigen entdeckten die Beamten vier teilweise mit Farbe beschmierte Kameras, Einweghandschuhe und zwei Mobiltelefone. Die Verdächtigen im Alter von 22 bis 34 Jahren werden festgenommen.

Noch in der Nacht sehen sich die Beamten zusammen mit den BVG-Bediensteten im U-Bahntunnel um, aus dem die Männer zuvor gekommen waren. Sie werden fündig: Drei U-Bahnwaggons sind über mehr als zehn Quadratmeter mit frischen Graffiti-Bildern überzogen.

Auch in Pankow schlägt die Polizei zu

Noch in derselben Nacht konnte die Polizei drei weitere Sprayer festnehmen. Gegen 3.30 Uhr werden die Beamten auf drei Jugendliche am S-Bahnhof Pankow aufmerksam. Die Jugendlichen zwischen 16 und 17 Jahren tragen mehrere Taschen bei sich. Als die Verdächtigen die Polizei bemerken, ergreifen sie plötzlich die Flucht. Sie können noch am Bahnhof gestellt werden.

In den Taschen finden die Beamten Farbdosen, Sturmhauben sowie Graffiti-Vorlagen. Außerdem sind Finger und Kleidung mit Farbe beschmiert. An einer Wand am Übergang zur U-Bahn entdecken die Beamten frische Graffiti-Bilder über 15 Quadratmeter, die farblich zu den Farbresten an Händen und Kleidung der Jugendlichen passen. Hinterher stellt sich heraus: Ein Verdächtiger ist bereits wegen Graffiti polizeibekannt.

Am Donnerstag wurde ein Graffiti-Zeuge verletzt

Nicht immer gehen Graffiti-Straftaten glimpflich für die Zeugen aus. Am vergangenen Donnerstag wurde ein 35-jähriger Mann in Friedrichshain von mehreren Tätern geschlagen und mit einem Messer verletzt. In der Ringbahn beobachtete der Zeuge drei Männer, die den Innenraum der S-Bahn beschmierten. Als er ein Foto der Männer machte, traktierten diese ihn zunächst mit den Schlägen und Tritten und bedrohten ihn mit einem Nothammer. Als er am S-Bahnhof Frankfurter Allee die Flucht ergreifen wollte, wurde er von einem Mann aus der Gruppe verfolgt. Dieser stach ihn mit einem Messer in die Schulter und stieg wieder in die S-Bahn ein. Die Täter konnten entkommen. Die Polizei hat eine umfangreiche Fahndung eingeleitet und Fahndungsfotos der Verdächtigen veröffentlicht.

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