Neonaziaufmarsch in Berlin : Rechte wollen gegen "linke Gewalt" protestieren

Nach dem Angriff auf die Treptower Kneipe "Zum Henker" werden am Sonnabend bis zu 500 Demonstranten erwartet. Die Neonazis wollen gegen "linke Gewalt" protestieren.

Hannes Heine

BerlinBis zu 500 Neonazis werden am Sonnabend zu einer Demonstration in Berlin erwartet. Nachdem am Sonntagmorgen ein mutmaßlicher Rechtsextremist vor einer einschlägig bekannten Kneipe in Treptow lebensgefährlich verletzt worden ist, rufen Neonazis aus dem Spektrum der freien Kameradschaften zu Protesten gegen „linke Gewalt“ auf. Die Organisatoren wollen nach Tagesspiegel-Informationen unter dem Motto „Vom nationalen Widerstand zum nationalen Angriff“ vermutlich durch Treptow marschieren; Beginn ist 12 Uhr. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor.

Unbekannte hatten in der Nacht zu Sonntag zwei Brandsätze auf die bei Neonazis beliebte Kneipe „Zum Henker“ in Schöneweide geschleudert. Anschließend flohen sie in einem Auto und fuhren dabei drei Verfolger aus dem Lokal an. Noch am Sonntagabend demonstrierten etwa 250 Mitglieder rechte Szene am nahen S-Bahnhof Schöneweide gegen "linken Terror".

Der "Henker" gilt nach Angaben von Experten der "Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus" als Treffpunkt der Kameradschaft "Frontbann 24". Wohnungen von Anhängern der Gruppe wurde diesen Sommer vom Landeskriminalamt durchsucht, weil sie gegen das Uniformierungsverbot verstoßen haben sollen. Derzeit wird ein Verbot der Kameradschaft geprüft.

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