Neukölln und Kreuzberg : Zwei Angriffe auf Polizisten

Bei Personenkontrollen der Polizei in Kreuzberg und Britz wurden mehrere Beamte angegriffen. Die Kontrollen sollen dazu beitragen, die Sicherheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln und Parks zu steigern.

Um den öffentlichen Personennahverkehr und an nahe gelegenen Parks und Grünanlagen sicherer zu machen, überprüften Polizeibeamte einer Einsatzhundertschaft am Donnerstagnachmittag mehrere Personen in Britz und Kreuzberg.

Gegen 15 Uhr bemerkten die Polizisten einen 18-Jährigen auf dem Bahnsteig des U-Bahnhofs Parchimer Allee, der offensichtlich von potenziellen Drogenerwerbern umringt wurde. Als die Beamten ihm und seiner "Kundschaft" aus dem Bahnhof folgten und ihn ansprachen, schlug er einem Polizeikommissar unvermittelt mit der Faust gegen den Oberkörper und rannte davon. Nach kurzer Verfolgung stellten die Polizisten den Heranwachsenden, der sich nun in Kampfhaltung mit erhobenen und geballten Fäusten gegen die Festnahme wehrte. Letztlich setzten die Beamten Pfefferspray ein und nahmen ihn fest. In seinen Hosentaschen fanden die Beamten mehr als 700 Euro. Die Polizisten beschlagnahmten das Geld wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Asylbewerberleistungsgesetz und leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen Widerstandes gegen Polizeivollzugsbeamte und Körperverletzung ein.

Zur gleichen Zeit versuchten Zivilpolizisten einen 19-Jährigen, der ihnen Drogen verkaufen wollte, im Görlitzer Park in Kreuzberg festzunehmen. Dabei riss der junge Mann sich los und bewarf die beiden Polizisten mit faustgroßen Steinen aus kurzer Distanz. sodass er sie im Gesicht und an den Beinen traf. Anschließend drohte er den Beamten, mit einem spitzen Stein den Kopf einzuschlagen. Unbeeindruckt vom erneuten Vorzeigen der Dienstausweise und ständiger Aufforderung der Beamten, das "spitze Werkzeug" fallen zu lassen, bedrohte der Mann die Beamten weiter. Erst als sie ihre Schusswaffen zogen und weitere Polizisten sie unterstützten, gelang die Festnahme des jungen Mannes, der sich auch dabei weiter wehrte und den Beamten noch in die Hand und den Unterarm biss. Etwa zehn vom Festgenommenen herbeigerufene unbekannte Männer versuchten die Festnahme durch Schreien und Pöbeln zu verhindern, flüchteten jedoch beim Eintreffen weiterer Einsatzkräfte.

Gegen den polizeibekannten 19-Jährigen wird nun wegen illegalen Handels mit Betäubungsmitteln, Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und des besonders schweren Falles eines Widerstandes gegen Polizeivollzugsbeamte ermittelt. Die zwei angegriffenen Polizisten mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden und verblieben leicht verletzt im Dienst. (jmo)

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