''Neuköllner Killer Boys'' : Chef einer Jugendgang vor Gericht

"Abziehen" nennt man unter Jugendlichen das, womit Ali einen Großteil seiner Freizeit verbracht hat. Der Anführer der Jugendbande „Neuköllner Killer Boys“ hat Angst im Kiez verbreitet.

Als „Ali, der Killer Boy“ war Ibrahim El-H. bekannt geworden. Der Anführer der Jugendbande „Neuköllner Killer Boys“ hat Angst im Kiez verbreitet. Für 35 Raubtaten war der damals 14-Jährige im Dezember 2006 zu vier Jahren und sieben Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Am Dienstag steht er wieder vor Gericht: Jetzt werden die restlichen Raubtaten verhandelt, zu denen damals nach seiner Festnahme die Ermittlungen noch liefen. Das sind nochmal etwa 35 Fälle.

„Abziehen“ nennt man unter Jugendlichen das, womit Ali einen Großteil seiner Freizeit verbracht hat. Alleine oder mit seinen Kumpels hat der Junge arabischer Herkunft von Jugendlichen und Kindern in Bussen, auf U-Bahnhöfen und auf der Straße Handys, MP3-Spieler und Geld geraubt. Mehr als 70 Mal soll die Polizei gegen Ali ermittelt haben. Der Junge aus Neukölln wird bei der Polizei in den Akten als sogenannter Intensivtäter geführt.

Laut seiner Anwältin hätten „die Umstände“Ali dazu gebracht, auf die schiefe Bahn zu geraten. Er habe keinen festen Halt in der Gesellschaft, die Staatsangehörigkeit sei ungeklärt. Bereits in der Untersuchungshaft habe Ali sich mit seinem bisherigen Tun auseinandergesetzt und wolle ein „normales Leben“ führen.

Möglicherweise führt der zweite Prozess dazu, dass Alis Haftstrafe höher als bisher ausfallen wird, sagte ein Justizsprecher. Viele seiner Kumpels sind mittlerweile aus der Gang ausgestiegen und „gehen ihre eigenen Wege“, sagte ein Ermittler. Doch rund 20 Jugendliche aus der Gang stiften noch immer Unruhe im Kiez. Nach Auskunft der Polizei sind in Berlin mindestens ein Dutzend Jugendgangs als „lockere Zusammenschlüsse“ aktiv. tabu

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