Notfälle : Berlins Rettungswagen kommen oft zu spät

Schlechte Noten für die Rettungswagen der Berliner Feuerwehr: In 115 von 178 Postleitzahlenbereichen brauchen sie zum Einsatzort länger als das Zeitlimit von acht Minuten.

Henning Onken
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Rettungswagen der Berliner Feuerwehr. -Foto: Thilo Rückeis

BerlinDie Rettungswagen Berliner Feuerwehr kommen in vielen Teilen der Stadt zu spät zu ihren Einsatzzielen. In 115 von 178 Postleitzahlbereichen verfehlte die Feuerwehr im vergangenen Jahr ihre Zeitvorgabe: In drei Viertel aller Alarmierungen sollten die Einsatzwagen binnen acht Minuten am Einsatzort sein. Das geht laut einem Bericht der "Berliner Morgenpost" aus einer parlamentarischen Anfrage der FDP hervor. In mindestens einem Fall soll es sogar über eine Stunde gedauert haben, bis ein Rettungswagen am Ziel eintraf.

Jens-Peter Wilke, Sprecher der Feuerwehr, verweist auf Staus und Unfälle, durch die trotz Blaulicht und Martinshorn auch Einsatzkräfte ausgebremst werden. Ein Problem stellten außerdem die langen Anfahrtswegen besonders in den dünnbesiedelten Außenbezirken dar, so Wilke weiter. Obwohl hier das Limit von acht Minuten nur in der Hälfte der Fälle gelte, wurde in sieben von zwölf äußeren Postleitzahlbereichen das Ziel überschritten.

Gewerkschaft der Polizei: Feuerwehr wird "ausgeknautscht"

In einem neuen Einsatzkonzept soll deshalb die Zuständigkeit der Einsatzwagen im Stadtgebiet neu geregelt werden, heißt es in derm Bericht weiter. Dadurch sollten die Verzögerungen in den Außenbezirken zu Lasten von Innenstadtbereichen ausgeglichen werden, in denen Einsatzwagen schon in fünf Minuten vor Ort sind.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert die Überlegungen des Landesbranddirektors. Es werde versucht, die Feuerwehr "auszuknautschen", indem die Arbeit auf immer weniger Mitarbeiter verteilt wird. Die Gewerkschaft fordert deshalb die Einstellung von 300 zusätzlichen Mitarbeitern bei der Feuerwehr. Unterstützung für diese Forderung kommt auch aus der Berliner CDU. 

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