Oranienburg bei Berlin : 50 Flüchtlinge streiten - Polizei muss einschreiten

Nachdem ein betrunkener Syrer Streit angefangen hatte, gingen Dienstagnacht rund 50 Flüchtlinge in einem Wohnheim aufeinander los. Die Polizei griff ein, bevor es eine Schlägerei gab.

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Foto: dpa/Patrick Pleul

Wachschützer, mehrere Funkstreifen und sogar einige Hundeführer der Brandenburger Polizei mussten in der Nacht zu Mittwoch eine Auseinandersetzung unter fünfzig Flüchtlingen in einem Wohnheim in Oranienburg unterbinden. "Eine körperliche Auseinandersetzung stand unmittelbar bevor", heißt es im Bericht der Polizeidirektion Nord Brandenburg. Nur durch das Eingreifen hätten Straftaten vermieden werden können, hieß es.

Streitursache: "Andere religöse Auffassungen"

Der Streit hatte um 1.40 Uhr in einem Aufenthaltsraum des Übergangswohnheims für Asylsuchende im Oranienburger Stadtteil Lehnitz begonnen. Ein 34 Jahre alter Syrer hatte sich betrunken und Streit mit einem Palästinenser angefangen.

Der Syrer habe nicht gewollt, "dass andere ausländische Personen sich ebenfalls in dem Aufenthaltsraum befinden, da sie eine andere religiöse Auffassung haben", hieß es bei der Polizei. Die genauen Hintergründe des Ausgangskonflikts sind derzeit noch unklar.

Beide Streithähne bekamen Unterstützung, zwei Gruppen bildeten sich. Der Sicherheitsdienst trennte den Syrer und den Palästinenser und holte die Polizei.

Syrer deutete Selbstmord an

Als die eintraf, soll sich der Syrer weiter aggressiv verhalten haben. Bei ihm wurden später 1,4 Promille Alkohol im Atem gemessen. Als er mit einem Wegwerfmesser aus Plastik einen Selbstmordversuch andeutete, nahmen ihn die Beamten in Gewahrsam.

Bei der Untersuchung auf der Polizeidienststelle soll der Mann versucht haben, sich mit seinem Pullover zu strangulieren. Allerdings sei dies von den Beamten als "untauglicher Versuch" eingeschätzt worden, so die Polizei.

Ein Notarzt wurde hinzugezogen. Der entschied, den Syrer ins Krankenhaus Hennigsdorf bringen zu lassen. Unklar ist, ob der Mann durch Kriegserfahrungen in der Heimat traumatisiert ist.

Rangeleien bis zum frühen Morgen

Obwohl der Provokateur nun aus dem Verkehr gezogen war, schwelte der Streit unter den Flüchtlingsgruppen weiter. Die Parteien hätten sich Rangeleien geliefert und sich Beleidigungen an den Kopf geworfen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch.

Bevor die Situation gegen 2.40 Uhr in einer Schlägerei eskalierte, griffen die Beamten ein. Die Gruppen wurden getrennt und in unterschiedliche Räumlichkeiten verwiesen. Erst dann beruhigte sich die Lage.

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