Organisierte Kriminalität : BGH prüft Urteile gegen XY-Bande

Drogenhandel im großen Stil und illegales Glücksspiel: Das Neuruppiner Landgericht befand die so genannte XY-Bande für schuldig und verhängte Haftstrafen. Doch ihre Anwälte gingen in Revision - jetzt muss der Bundesgerichtshof entscheiden.

BerlinDie Urteile in einem der bisher größten Prozesse gegen die Organisierte Kriminalität in Ostdeutschland stehen seit heute auf dem Prüfstand des 5. Senats des Bundesgerichtshofes (BGH) in Leipzig. Die obersten Richter müssen entscheiden, ob die Urteile des Neuruppiner Landgerichts gegen die sogenannte XY-Bande Bestand haben.

Die Anwälte von sechs der insgesamt sieben Angeklagten, unter anderem des mutmaßlichen Rädelsführers Olaf K., hatten gegen den Richterspruch Revision beantragt. Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft legte in zwei Fällen Rechtsmittel ein. In dem Prozess soll voraussichtlich am Donnerstag eine Entscheidung verkündet werden.

Nach 17 Monaten Prozessdauer hatte das Neuruppiner Landgericht im September 2006 sechs von sieben Angeklagten unter anderem des bandenmäßigen Drogenhandels oder der Beihilfe dazu sowie des illegalen Glücksspiels für schuldig befunden. Der Anklagepunkt der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung wurde fallengelassen.

Offenbar Verbindungen in Politik und Verwaltung

Der mutmaßliche Kopf der Bande, Olaf K., soll für zwölf Jahre ins Gefängnis. Gegen die beiden weiteren Rädelsführer Carsten O. und Jürgen D. verhängte das Gericht Gesamthaftstrafen von jeweils neun Jahren. Drei weitere Angeklagte sollen Haftstrafen zwischen drei und acht Jahren verbüßen.

Die Bande hatte in Neuruppin über Jahre im großen Stil mit Kokain gehandelt und soll auch Verbindungen in die Politik sowie zu Verwaltung und Polizei gehabt haben. Fahnder gaben der Gruppe den Namen XY-Bande, weil ihre Mitglieder auf den Nummernschildern ihrer Nobelkarossen nach dem Ortskennzeichen die Buchstabenfolge XY führten. (imo/ddp)

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