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Paul-Löbe-Haus und Hauptmann-Schule : Staatsschutz ermittelt zu zwei Brandanschlägen

Zwei Brandanschläge in einer Nacht, aber zwei völlig verschiedene Hintergründe: Zunächst flog in der Nacht zu Montag ein Brandsatz am Paul-Löbe-Haus und dann an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg.

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Anschlagsziel. Gegen das Paul-Löbe-Haus im Regierungsviertel flog erneut ein Brandsatz.
Anschlagsziel. Gegen das Paul-Löbe-Haus im Regierungsviertel flog erneut ein Brandsatz.Foto: dpa

Erneut ist das Paul-Löbe-Haus zum Ziel eines Brandanschlags geworden. Unbekannte warfen in der Nacht zu Montag einen Brandsatz gegen die Fassade des Gebäudes gegenüber vom Reichstag. Laut Mitteilung der Polizei ereignete sich der Vorfall kurz nach 2.30 Uhr. Es entwickelten sich jedoch keine Flammen, weil sich der Brandsatz nicht entzündete. Ein Schaden am Haus entstand nach Angaben der Polizei nicht. Am Tatort wurde Flugblätter einer als rechtsextrem eingestuften "Deutschen Widerstandsbewegung" gefunden. Diese Gruppierung hatte bereits bei vier sehr ähnlichen Anschlägen im Regierungsviertel im vorigen Jahr Flugblätter hinterlassen. Diese trugen die krude Überschrift: "Der Ausgangspunkt der Gewalt ist die Ignoranz der Herrschenden." Ein Brandsatz zerschellte damals auf den Treppen des Reichstags, zwei am Paul-Löbe-Haus sowie einer am Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Bundeszentrale in Tiergarten. Das Dezernat für rechtsmotivierte Straftaten beim Polizeilichen Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Andere Täter an der Hauptmann-Schule

Völlig anders - bis auf die zeitliche Parallelität - ist die Situation an der von Flüchtlingen bewohnten Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg.

Helm ab! Solidarität mit den Flüchtlingen der Gerhart-Hauptmann-Schule
Im Kreuzberger Kiez rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule hängen mittlerweile an vielen Fenstern Solidaritätsbekundungen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 21Foto: Carmen Schucker
03.07.2014 08:58Im Kreuzberger Kiez rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule hängen mittlerweile an vielen Fenstern Solidaritätsbekundungen.

Ziel des Angriffs war nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler vermutlich ein Wachmann. Demnach flog gegen 3.15 Uhr ein Brandsatz in Richtung des 21-Jährigen Mitarbeiters einer Sicherheitsfirma. Ein Unbekannter hatte eine Brandflasche über den Zaun des Geländes an der Ohlauer Straße geschleudert. Sie zerschellte etwa sechs bis sieben Meter neben dem Wachmann. Ein paar Kleiderspenden, die in einem Pavillon lagerten, fingen sofort Feuer. Die alarmierte Feuerwehr löschte die Flammen kurze Zeit später. Das Hauptgebäude der Schule konnte von dieser Position aus nicht getroffen werden. Der Wachmann blieb unverletzt. "Er hatte großes Glück gehabt", hieß es bei der Polizei. Eon Sprecher des Präsidiums sagte, dass es am Freitag eine Auseinandersetzung zwischen linken Unterstützern der Flüchtlinge und dem Wachschutz gegeben habe, weil sie nicht auf das Grundstück gelassen wurden. Dies könnte das Motiv dieses Brandanschlages sein, hieß es.

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