Politisch motivierte Tat? : Geigenkasten während Konzert angezündet

Während eines Konzerts am Montag in der Universität der Künste hat ein Unbekannter einen Geigenkasten angezündet. Der Staatsschutz prüft einen antisemitischen Tathintergrund.

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Ein rätselhafter Fall von Brandstiftung beschäftig seit Montagabend den Staatsschutz. Während eines Klassikkonzerts in der Universität der Künste (UdK) in der Bundesallee in Wilmersdorf wurde in einem Raum hinter der Bühne ein Geigenkasten angezündet. Thema das Konzerts und eines kurzen Vortrags war „die Rückkehr von Repertoires und Aufführungstraditionen“ von jüdischen Künstlern aus dem Exil während der NS-Diktatur. Die Polizei prüft deshalb, ob es einen antisemitischen Tathintergrund gibt.

„Gegen Ende der zweiten Hälfte des Konzerts quoll plötzlich schwarzer Rauch aus der Tür zu den Künstlerzimmern hinter der Bühne“, sagte UdK-Professorin Dörte Schmidt, die die Veranstaltung moderiert hatte. Die Feuerwehr traf gegen 21.15 Uhr ein und räumte den Saal. Ob es sich um eine antisemitisch motivierte Tat handeln könnte, ist laut Schmidt zum momentanen Zeitpunkt völlig unklar. Unmittelbar vor der Pause soll es einen "kontroversen Vortrag" geben haben, wie ein Ermittler dem Tagesspiegel sagte. Die UdK wies diese Darstellung zurück. Während der Veranstaltung habe es keine Probleme mit Zuschauern gegeben, sagte Dörte Schmidt. „Es gab keine Debatten mit dem Publikum und auch keine Unruhe.“

Bei dem Feuer sei ein beträchtlicher Sachschaden entstanden. „In dem Kasten befanden sich mehrere wertvolle Geigenbögen“, sagte Schmidt. Bei dem Brand wurden auch Möbel in dem Raum beschädigt. Die Polizei versucht jetzt zu klären, wie der oder die Brandstifter in den Raum gelangen konnten. Es gibt nur einen Zugang über die Bühne und einen Notausgang, für den man aber einen Schlüssel braucht.

Die betroffene Geigerin, Nora Chastain, ist weltweit für ihre Musik bekannt und wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie hat eine Professur an der Hochschule für Musik und Theater Zürich, war bis 2004 Professorin an der Musikhochschule Lübeck und kam dann als Professorin an die Universität der Künste Berlin.

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