Polizei, BVG und Wall AG hoffen auf Mithilfe : Nach Flusssäure-Alarm: Bis zu 7000 Euro Belohnung ausgesetzt

Knapp eine Woche ist es her, dass ein "Flusssäure-Alarm" die Stadt in Aufruhr versetzt hat. Die Täter sind immer noch nicht gefasst. Nun setzt auch die Polizei eine Belohnung aus - auch die BVG und die Wall AG bieten bereits bis zu 5000 Euro.

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Am Dienstag herrschte Flusssäure-Alarm am Alexanderplatz
Am Dienstag herrschte Flusssäure-Alarm am AlexanderplatzFoto: dpa

Es war am 29. Januar, als zwei Mitarbeiter der Wall AG im Alter von 28 und 62 Jahren über Atemwegsreizungen klagten, nachdem sie an der Straßenbahnhaltestellte in der Karl-Liebknecht-Straße Ecke Memhardtstraße in Mitte Plakate austauschen sollten. Laboruntersuchungen ergaben, dass bei einem auf den Glasscheiben aufgesprühten "Tag" - Unterschrift der Sprayer aus der Graffiti-Szene - Flusssäure verwendet worden war. Wenig später wurde bei einer Untersuchung eines zwölfjährigen Mädchens in einem Krankenhaus festgestellt, dass es auf einer Sitzbank an einer Bushaltestelle an der Marienkirche ebenfalls eine Vergiftung erlitten hatte, weil dort Restbestände der Flusssäure zu finden waren.

Nach derzeitigen Ermittlungen vermutet die Polizei die Täter in der Graffiti-Szene. Es sei nun nicht ausgeschlossen, "dass die Mitglieder dieser Szene nunmehr das Risiko schwerster Verletzungen argloser Menschen in Kauf nehmen", hieß es bei der Polizei. Die Tags werden hauptsächlich in Scheiben von Ausstellkästen, Fahrstühlen und Wartehäuschen im Nahbereich der BVG und S-Bahn verwendet.

In diesem Zusammenhang ist für die Angabe von sachdienlichen Hinweisen, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, von der BVG und der Wall AG eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgesetzt worden. Darüber hinaus wurde bereits im Jahr 2006 vom Polizeipräsidenten in Berlin eine Belohnung von bis zu 2.000 Euro zugesagt für sachdienliche Angaben, "die zur Ermittlung von Tätern führen, die im Berliner Stadtgebiet diese äußerst aggressive und stark gesundheitsgefährdende Säure verwenden".

Hinweise nehmen das zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes unter der Rufnummer 4664 – 977 319 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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