Polizei-Computer : Weihnachtsgeld statt Windows

Weil die Computer der Berliner Polizei dauernd abstürzen, fordert die Polizeigewerkschaft einen Umstieg auf ein zuverlässiges Open Source-Betriebssystem wie Linux. Durch die eingesparten Lizenzgebühren könnte den Beamten ein Weihnachtsgeld finanziert werden.

Berlin Der Landesverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) hat von der Polizeibehörde einen Umstieg auf offene Computerbetriebssysteme gefordert. Die Berliner Polizei müsse ohne Komplikationen arbeiten können und dies funktioniere derzeit mit dem Microsoft-Betriebssystem nicht, sagte der stellvertretende Berliner DPolG-Chef Helmut Sarwas in Berlin. Viel zu oft würden sich die Computer "aufhängen". Anzeigenaufnahmen mit dem System "Poliks" dauerten so zwischen 30 und 90 Minuten.

Die Behörde sollte daher darüber nachdenken, auf ein anderes Betriebssystem umzustellen, unterstrich Sarwas. Es gebe unzählige offene Betriebssysteme auf dem Markt, darunter auch viele, die von der Europäischen Union zertifiziert worden seien. Dadurch könnten mehrere Millionen Euro an Lizenzkosten eingespart werden. Mit diesem Betrag ließe sich etwa das Weihnachtsgeld der Beamten finanzieren, das gestrichen worden sei.

Bei der sogenannten freien Software hat jeder Benutzer das Recht, die Software zu benutzen, zu kopieren, sie zu vertreiben, zu verändern und zu verbessern. Für offene Betriebssysteme wie etwa Linux fallen zudem keine Lizenzkosten an. Die Berliner Grünen-Fraktion hatte vom Land bereits vor mehreren Monaten eine IT-Strategie gefordert, die sich auf den Einsatz freier Software stützt. (mit ddp)

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