Polizei : Täglich acht verletzte Beamte

Pro Jahr kommen rund 3000 Polizisten in Berlin zu Schaden. Besonders am 1. Mai werden jedes Jahr viele Beamte verletzt.

BerlinSie zahlen einen hohen Preis für Sicherheit und öffentliche Ordnung: Alleine im vergangenen Jahr wurden 2874 Berliner Polizisten im Dienst verletzt – im Durchschnitt knapp acht Beamte am Tag. Die Zahl ist in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gestiegen, wie aus Zahlen der Innenverwaltung hervorgeht, die Senator Ehrhart Körting (SPD) jetzt als Antwort auf eine kleine Anfrage des CDU-Politikers Robbin Juhnke veröffentlichte.

Danach stieg die Zahl der verletzten Beamten seit 2005 jährlich um 100 bis 200 pro Jahr. In den Jahren davor bewegten sich die Zahlen jeweils um rund 3000.

Die Anfrage konzentrierte sich auf die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Umfeld des 1. Mai, bei denen traditionell besonders viele Polizisten verletzt werden. In diesem Jahre waren es 479 – deutlich mehr als in den 20 Jahren zuvor, wie die Zahlen aus der Innenverwaltung illustrieren. Danach wurden 1987 – dem ersten Jahr mit derartigen Ausschreitungen am Maifeiertag – 346 Polizisten verletzt, in den Jahren danach schwankten die Zahlen enorm: Zwischen 19 verletzten Beamten im Jahr 1993 und 245 im Jahr 2004.

Am 1. Mai gab es dieses Jahr mehr Verletzte als je zuvor

Berlin hatte am 1. Mai dieses Jahres die massivsten Ausschreitungen seit Jahren erlebt. Innensenator Körting hatte am Tag danach gesagt, die Bemühungen, den Tag friedlich zu gestalten, hätten einen Rückschlag erlitten.

Die Zahl der Festgenommenen am 1. Mai lag dagegen in diesem Jahr mit 289 Menschen eher im Mittelfeld, wie der Vergleich aus dem Hause Körting zeigt. Demzufolge wurden im Jahr 2001 mit 616 Personen die meisten Menschen im Rahmen der Mai-Ausschreitungen festgenommen, den niedrigsten Stand in den 20 erfassten Jahren gab es im ersten Jahr der Randale: 1989 wurden 20 Menschen festgenommen.

Die Zahl der Haftbefehle wegen Ausschreitungen bei den 1.-Mai-Demonstrationen oder der oft in Gewalt endenden Walpurgisnachtfeiern am Vorabend zeigt keinen eindeutigen Trend. In diesem Jahr erhielten 44 Menschen einen Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft. In den Jahren zuvor waren es mal mehr (2004 waren es 108), mal weniger (2008 gab es 25 Haftbefehle). Sehr starke Schwankungen gab es auch bei der Zahl der registrierten Sachbeschädigungen und der damit verbundenen Verfahren.

Dabei fällt auf, dass in manchen Jahren die Zahl der Sachschäden rund um den 1. Mai sehr hoch war, ohne dass dies direkt zu einer hohen Zahl an Strafverfahren führte. So wurden im Jahr 2003 von den Behörden 170 Sachschäden registriert, aber es gab nur 43 Verfahren. Im Jahr darauf gab es 67 Sachschäden, aber 76 entsprechende Verfahren. (lvt)

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