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Polizei wegen Angst vor Schadstoffen abgezogen : Umzug der 110: Experten prüfen Sicherheit der Leitzentrale

Vor dem unerwarteten Umzug ihrer Einsatzleitzentrale am Mittwochabend warnte die Polizei vor längeren Wartezeiten - die Nacht verlief jedoch eigenen Angaben zufolge ohne Probleme. Jetzt prüfen Experten die Sicherheit der Einsatzleitzentrale.

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Foto: dpa/Archiv
Foto: dpa/Archiv

Am Mittwochabend gegen 18 Uhr gab es eine Durchsage in der Einsatzleitzentrale der Berliner Polizei in eigener Sache: Wegen Verdachts, Asbestfasern könnten in den Räumen freigesetzt worden sein, mussten die Beamten ihre Sachen packen und umziehen. Die Verlegung innerhalb des Polizeigebäudes am Platz der Luftbrücke führte in der Nacht zu Donnerstag jedoch nicht wie befürchtet zu längeren Wartezeiten für Anrufer der 110. Sechs Beamte waren zunächst für die Annahme zuständig. In der Nacht wurden sie auf neun Annahmeplätze aufgestockt. Auch die Auslösung der Einsätze verlief offenbar reibungslos. "Beschwerden gab es keine", sagt Polizeisprecher Stefan Redlich. "Für uns ist das Verfahren aber jetzt deutlich aufwändiger."

700 Quadratmeter voll Technik

Am Donnerstagvormittag wird die Einsatzleitzentrale auf Schadstoffe untersucht - die Ergebnisse werden in den kommenden Stunden erwartet. Bei Entwarnung kann die 110 wieder zurück in die Zentrale. "Wir arbeiten aber auch an einem Plan für den Fall, dass es länger dauert", so Redlich. Auf die Computer in der Einsatzleitzentrale müssen die Beamten erst einmal verzichten. "Das ist ein 700-Quadratmeter-Büro voll Technik", sagt Polizeisprecher Redlich. "Das kann man nicht einfach umziehen."

Viermal jährlich wird der Ausnahmezustand geprobt. Schließlich muss auch im Fall einer Bombendrohung die Annahme der 110-Anrufe 24 Stunden am Tag gewährleistet sein. Wegen des aufwändigeren Verfahrens hatte die Polizei längere Wartezeiten für Anrufer befürchtet - sowohl am Telefon als auch bis zum Entsenden eines Streifenwagens. Gewöhnlicher Weise können die Beamten an den Annahmeplätzen noch während des Gesprächs per Computer den Einsatz an den Funker senden, der ebenfalls in der Einsatzleitzentrale sitzt. Der hat einen Überblick über die verfügbaren Streifenwagen und kann direkt den Einsatz auslösen.

Jetzt ersetzt ein Fax den Computer

Jetzt schreibt der Beamte am Telefon die Informationen auf einen Zettel und übergibt sie an einen Kollegen, der das Ganze per Fax an die zuständige Direktion weiterleitet. Die Funker, die sonst in der Zentrale sitzen, sind jetzt auf die sechs Direktionen aufgeteilt und funken vor Ort die Streifenwagen an.

Auslöser für den unvorhergesehenen Umzug war: In den Räumen der Einsatzleitzentrale, wo sämtliche Notrufe eingehen, hatten Arbeiten an den Brandschutzklappen stattgefunden. Es besteht laut der Polizeipressestelle Unsicherheit, ob durch diese Arbeiten Schadstoffe frei gesetzt worden sind. Die Behördenleitung habe daher entschieden, dass die Einsatzleitzentrale vorsorglich verlegt wird.

Üblicherweise gibt es neun bis zehn Annahmeplätze für die Notrufwähler, ist von Polizeisprecher Stefan Redlich zu erfahren. In Hoch-Zeiten wie zu Silvester können sie bis auf 16 Plätze aufgestockt werden.

Die Internetwache und das Bürgertelefon werden vorübergehend eingestellt. Für allgemeine Fragen und Anzeigenerstattungen stehen die Abschnitte der Polizei zur Verfügung, heißt es in einer Meldung der Polizei weiter.

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