Polizeieinsätze : Prostituierte nach Messerattacke in Lebensgefahr

Auf der Kurfürstenstraße wollte ein Freier nicht zahlen und stach auf eine Prostituierte ein. Die Tschechin schwebt in Lebensgefahr. In der Nacht zuvor rückte die Polizei zu einem Lokal in Britz aus - dort gab es eine Messerstecherei unter Arabern.

Tanja Buntrock

BerlinEs war relativ ruhig geworden in letzter Zeit auf dem Drogenstrich in der Kurfürstenstraße, an der Grenze von Tiergarten und Schöneberg. Doch seit der Nacht zum 1. Mai ist das anders: Eine 25-jährige Prostituierte wurde dort durch einen Messerstich lebensgefährlich verletzt. Eine Kollegin des Opfers, 40 Jahre, trug oberflächliche Schnittwunden davon. Erst in der Nacht zu Donnerstag war die Polizei zu einer schweren Messerstecherei in einem Lokal in Britz ausgerückt. Hier wurden zwei Männer (29 und 30 Jahre) mit Stichverletzungen in eine Klinik gebracht.

Es war gegen 4.40 Uhr, als es plötzlich Geschrei gab auf der Kurfürstenstraße. Eine 40-jährige Prostituierte aus Ungarn, die wie viele andere Osteuropäerinnen ihr Geld für die Familie in der Heimat auf dem ältesten Strich Berlins verdient, geriet mit einem ihrer Freier in Streit. Der 48-jährige Grieche, der in Berlin lebt, wollte offenbar für ihre Dienste nicht zahlen. „Oder weniger zahlen, als vereinbart war“, sagte ein Polizeisprecher. Die Situation eskalierte, plötzlich zückte der Mann ein Messer und fügte der 40-Jährigen eine leichte Schnittverletzung zu. In diesem Moment kam dem Opfer eine 25-jährige Kollegin zur Hilfe. Die Tschechin versuchte, den Streit zu schlichten. Doch das wurde ihr zum Verhängnis. Der Freier stach der Frau in den Oberkörper und verletzte sie lebensgefährlich. Danach flüchtete der Mann. Ein Rettungswagen brachte das Opfer in ein Krankenhaus, wo es notoperiert wurde. Der Zustand der Frau sei weiterhin kritisch, sagte ein Polizeisprecher. Der flüchtige Tatverdächtige wurde kurz nach der Attacke gefasst: Ein Zeuge, ebenfalls 48 Jahre, verfolgte den Mann mit seinem Auto und rief die Polizei. Die Beamten nahmen den mutmaßlichen Messerstecher fest. Er wurde gestern einem Haftrichter wegen versuchten Totschlags vorgeführt.

Bereits in der Nacht zuvor war die Polizei zu einer Massenschlägerei gerufen, bei der zwei Männer durch Messerstiche verletzt wurden. Tatort war das Lokal „Byblos“ am Britzer Damm in Britz. Dort waren mehrere Araber in Streit geraten. Gegen Mitternacht fuhren nach Polizeiangaben plötzlich etliche BMW und Mercedes vor. 30 bis 40 Araber sammelten sich vor dem Lokal und griffen dort Gäste, teilweise mit Messern und Baseballschlägern an. Zwei 29 und 30 Jahre alte Männer erlitten Schnittverletzungen und kamen in eine Klinik. Der Jüngere der beiden gehört dem polizeibekannten Großfamilienclan C. an. Zwei weiter Männer wurden ambulant behandelt. Tatverdächtige konnte die Polizei nicht ausfindig machen. Der Hintergrund ist für die Beamten noch unklar. Möglicherweise sind Clan-Streitigkeiten das Motiv.

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