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Prenzlauer Berg : Kinderwagen in Hausflur in Brand gesteckt

Es geschieht immer wieder in Berlin und kann zur Katastrophe führen: In Prenzlauer Berg wurden in der vergangenen Nacht wieder Kinderwagen in einem Hausflur angezündet. Die Täter entkommen offenbar immer unerkannt.

In Prenzlauer Berg haben in der Nacht zum Mittwoch Unbekannte mehrere Kinderwagen angezündet. Anwohner haben nach Polizeiangaben kurz nach Mitternacht die Feuerwehr alarmiert, weil im Hausflur eines Wohnhauses in der Kollwitzstraße drei Wagen in Flammen standen. Trotz intensiver Rauchentwicklung wurden keine Mieter verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Ein Brandkommissariat ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Solche Fälle gibt es in Berlin immer wieder. Erst am 8. September steckten Brandstifter im Hausflur eines Mehrfamilienhauses in der Nossener Straße in Hellersdorf zwei Kinderwagen an. Die Tat geschah gegen 22:30 Uhr, verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Einen Zusammenhang sieht die Polizei nicht. "Wir haben immer wieder solche Fälle, eine Serie ist jedoch nicht erkennbar", sagte ein Polizeisprecher Tagesspiegel Online. Es gehe auch nicht um bestimmte Kinderwagen. "Bei Diebstahldelikten handelt es sich häufig um teure Modelle", erklärte der Polizeisprecher. Doch beim Zündeln würden die Täter eher wahllos vorgehen.

Im Idealfall würden Eltern ihre Kinderwagen immer in Extra-Abstellräumen einschließen, doch dafür gebe es nur selten die räumlichen Gegebenheiten. Sonst gebe es keine wirkungsvollen Schutzmaßnahmen, außer den Wagen mit in die Wohnung zu nehmen, was für viele Eltern häufig zu schwer sei.

Den Strafbestand zu ermitteln ist nicht so einfach. Einen leeren Kinderwagen anzuzünden sei zunächst mal Sachbeschädigung, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Erst wenn das Feuer auf Teile des Hauses übergreife, wäre der Tatbestand der Brandstiftung erfüllt. Versuchte Brandstiftung wäre es, wenn der Kinderwagen mit dem Ziel angezündet wurde, Feuer in dem Haus zu legen. Werde dann durch das Feuer jemand verletzt, sei das ein Körperverletzungsdelikt, erklärte der Sprecher. Die Ermittlungen wegen angezündeter Kinderwagen laufen nach Angaben des Sprechers alle gegen "unbekannt". Das bedeutet, dass bisher noch keiner der Täter gefasst werden konnte.

Ein angekokelter Kinderwagen war es auch, der im August 2005 einen der schwersten Brände der Berliner Nachkriegszeit verursachte: Bei dem Feuer im Treppenhaus in der Ufnaustraße 8 in Moabit starben neun Menschen. (jg/Tsp/dapd)

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