Problemkieze : LKA-Personalrat empört über Schönberg-Äußerung

Polizisten haben es schwer in einigen Berliner Stadtteilen. Das steht wohl außer Frage. Doch die Behauptung des Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei schlägt hohe Wellen: Eberhard Schönberg sieht einzelne Bezirke als verloren an und die Beamten als machtlos.

BerlinNach seiner umstrittenen Äußerung über verlorene Stadtteile in Berlin ist der GdP-Landesvorsitzende Eberhard Schönberg
auch von der eigenen Basis kritisiert worden. Schönberg sei auf dem Holzweg mit seinen Behauptungen, die Berliner Polizei verfüge über keine oder nur unzureichende Erkenntnisse im Bereich der Jugendgewalt, teilte der Personalratsvorsitzende des
Landeskriminalamtes (LKA), Werner Thronicker, heute in Berlin mit. Auch sei der von ihm begonnene Streit mit Polizeipräsident
Dieter Glietsch über die Bekämpfung der Jugendkriminalität in Berlin "unbegreiflich".

Tiergarten, Neukölln und Schöneberg - verloren?

Nach den Worten Thronickers fällt der Gewerkschaftschef mit der Äußerung, bestimmte Stadtteile seien verloren, den "vielen fleißigen Mitarbeitern der Polizei in den Rücken". Diese verfolgten seit Jahren Jugendkriminalität intensiv und verfügten über hervorragende Kenntnisse.

Der GdP-Landevorsitzende hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, es gebe in der Hauptstadt Gebiete, die "nicht mehr zu retten" seien. Dazu zählte er Teile von Wedding, von Tiergarten, von Schöneberg und Kreuzberg sowie Neukölln-Nord. Einzelne Funkstreifenwagen wagten sich nicht mehr in diese Ghettos, weil sie sich oft einem "gewaltbereiten Mob" gegenübersähen, der den "Respekt vor der Polizei entweder verloren oder niemals gelernt hat".

Polizeigewerkschaft soll ernst genommen werden

Für diese Äußerung hatte er scharfe Kritik von Polizeipräsident Dieter Glietsch und dem Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz
Buschkowsky (SPD) geerntet. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedbert Pflüger rief dagegen dazu auf, die Aussage der Polizeigewerkschaft "sehr ernst" zu nehmen. (liv/ddp)

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