Prozess : 16-Jähriger tötet Geliebte des Vaters

Ein 16-jähriger Schüler, der aus Sicht einer Jugendstrafkammer die 29-jährige Freundin seines Vaters erstochen hatte, ist am Freitag wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

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Hintergrund des Angriffs auf die Geliebte des aus dem Libanon stammenden Vaters sei möglicherweise ein Familienstreit um die beiden Halbgeschwister des Angeklagten gewesen, hieß es nach dem aus Jugendschutzgründen nicht öffentlichen Prozess. Ein Streit sei vermutlich eskaliert, befanden die Richter. Der Schüler hatte die Aussage verweigert. Sein Verteidiger plädierte auf Freispruch.

Die Richter gingen zugunsten des Jugendlichen von einer spontanen Tat aus. Er sei zu der aus Litauen stammenden Frau gegangen, weil sie sich von seinem Vater trennen und die beiden gemeinsamen Kinder im Alter von drei und eineinhalb Jahren bei sich behalten wollte. Der große Bruder habe die Halbgeschwister möglicherweise zum Vater bringen wollen. Die Frau war nach einem anonymen Hinweis am Morgen des 23. Februar 2010 in ihrer Neuköllner Wohnung erstochen aufgefunden worden. Der Angeklagte hatte damals eingeräumt, die Tatwaffe versteckt zu haben.

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