Prozess : 20-Jähriger wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Nach einem Streit kommt es zur Eskalation: Ein 20-Jähriger rammt seinem zehn Jahre älteren Opfer ein Messer in den Kopf. Nur eine Notoperation kann den schwerverletzten Mann retten. Vor dem Berliner Landgericht wird der Fall jetzt verhandelt.

BerlinWegen versuchten Totschlags muss sich seit Dienstag ein 20-jähriger Mann vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der junge Türke ist angeklagt, im März dieses Jahres in Friedrichshain einen 30-Jährigen nach einem Streit mit dem Messer in den Kopf gestochen zu haben. Das Leben des Opfers konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Einer Freundin des 30-Jährigen, die den Täter festhalten wollte, soll der Angeklagte noch gegen den Brustkorb getreten haben.

Zum Prozessauftakt äußerte sich der Angeklagte über seine Verteidigerin zu dem Vorwurf. Er bedauere zutiefst, den Mann durch sein "unbedachtes Verhalten so schwer verletzt zu haben". Er habe ihn weder töten noch verletzen wollen. Seinen Angaben zufolge war er morgens auf dem Weg zur Schule, als er auf das spätere Opfer und seine Begleiterin traf. Beide seien angetrunken gewesen, hieß es in der Erklärung des Angeklagten. Zuerst habe ihn die Frau "in den Hintern gekniffen", dann sei er von beiden beleidigt worden, wobei der 30-Jährige ihn "dumm angegrinst" habe.

Als er den Mann beim Warten an der Ampel darauf ansprach, habe er dann "unerwartet zwei Schläge ins Gesicht" bekommen. "Ich fühlte mich angegriffen und in meiner Ehre verletzt", hieß es weiter in der Erklärung. Um das Opfer einzuschüchtern, habe er sein Messer gezogen und in seiner "Erregung möglicherweise zu doll rumgefuchtelt". Er sei völlig schockiert gewesen, als er sah, was passiert war. (dw/ddp)

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