Prozess : 25-jähriger wegen Scherenattacke auf Freundin vor Gericht

Ein Mann muss sich seit Dienstag vor dem Berliner Landgericht verantworten, weil er seine Lebensgefährtin schwer misshandelte. Die 21-Jährige hatte sich aufgrund seiner Drogensucht von ihm getrennt, wie sie zum Prozessauftakt aussagte.

BerlinDem Angeklagten wird vorgeworfen, im August vergangenen Jahres aus "überzogener Eifersucht" seine Lebensgefährtin in der gemeinsamen Marzahner Wohnung durch Stiche, Schläge und Tritte schwer verletzt und mit einem Gürtel bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben.

Ferner soll er seine Freundin mit einer Geflügelschere und einem Messer attackiert, sie an den Haaren gezogen und ihren Kopf gegen die Wand geschlagen haben, als sie aus der Wohnung fliehen wollte. Der Anklage nach hatte er die 21-Jährige bereits drei Tage zuvor im Streit angegriffen und ihr dabei mit dem Unterarm die Luft derart abgedrückt, dass sie kaum noch atmen konnte.

Angeklagter will Therapie machen

Vor Gericht war der Angeklagte im Wesentlichen geständig. Den ersten Vorfall räumte er ein und gab zu, "sehr eifersüchtig zu sein, weil sie regelmäßig andere hatte". Seinen Angaben nach wollte sich die Freundin von ihm trennen, was er aber ablehnte. Der 25-Jährige sagte, er erinnere sich kaum an die schweren Misshandlungen drei Tage später.

"Ich gehe aber davon aus, dass es so war", sagte er im Prozess und versprach, eine Therapie zu machen. Seiner Aussage nach hatte er in den drei Tagen nach dem ersten Vorfall Drogen und Alkohol genommen und nicht geschlafen. Die 21-jährige Hausfrau, mit der er ein Kind hat, erklärte vor Gericht, sie liebe den Angeklagten noch immer. Sie habe sich damals getrennt, um ihm zu zeigen, dass er etwas gegen seine Drogensucht machen müsse, sagte sie. Der Prozess wird kommenden Dienstag fortgesetzt. (imo/ddp)

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