Prozess : 42-Jähriger fesselte Schmuggler mit Handschellen

Erst will er andere hinter Gitter bringen, jetzt muss er womöglich selbst ins Gefängnis. Ein 42-Jähriger Mann muss sich vor dem Berliner Landgericht verantworten, weil er drei Zigarettenschmuggler festgehalten haben soll.

BerlinFreiheitsberaubung und Körperverletzung: Der Angeklagte soll von September 2006 und März 2007 drei teilweise unbekannte Personen mit Handschellen gefesselt und mitunter längere Zeit festgehalten haben.

Nach Aussage des 42-Jährige waren seine Opfer jeweils Vietnamesen, die illegal mit Zigaretten handelten. So gab er zu, einer Asiatin am Bahnhof Ostkreuz eine Plastiktüte, in der angeblich unversteuerte Zigaretten waren, entrissen zu haben, als er sie bis zum Eintreffen der Polizei festhalten wollte. "Ich wollte die Sachen den Beamten übergeben und die Frau möglichst auch", sagte er.

"Keine strafbaren Handlungen"

Ähnliches spielte sich im November 2006 auf dem Parkplatz eines Supermarktes an. Hier legte er einem ebenfalls vietnamesischen Zigarettenverkäufer Handschellen an, als dieser einem Kunden die Packung übergeben wollte. Der Angeklagte räumte ein, den Asiaten eine halbe Stunde festgehalten und sich dabei noch auf ihn draufgesetzt zu haben. Einen weiteren Asiaten, den er auch des illegalen Zigarettenhandels verdächtigte, fixierte er im Bus mit Handfesseln an einer Haltestange.

Der Angeklagte gab die Taten zwar zu, zeigte sich aber uneinsichtig. Das seien  "keine strafbaren Handlungen", sagte er. Bei einem Strafverfahren wegen ähnlicher Taten hatte der Angeklagte neben einer Bewährungsstrafe bereits im August 2006 die Weisung bekommen, keine Festnahmen mehr vorzunehmen. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. (tbe/ddp)

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben