Prozess : Aus Hass über Alkoholismus: Sohn erstach seine Mutter

Der Alkoholismus seiner Mutter prägte die Kindheit von Dennis K. in Hohenschönhausen - und ließ ihn mit 19 Jahren zum Verbrecher werden.

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Dennis K. hatte seine 51-jährige Mutter in ihrer Wohnung in Hohenschönhausen erstochen. Im Streit um ihre Trinkerei habe er „die Nerven verloren“, gestand er am Dienstag vor einem Jugendgericht. Eigentlich habe er am 25. März wieder einmal versuchen wollen, ihr zu helfen. Doch seine Mutter habe ihre Sucht nicht eingesehen. „Was ich getan habe, war nicht richtig, aber ich fand, dass es die beste Lösung war für sie und für mich“, sagte der Sohn in seinem schonungslosen Geständnis.

Er war acht Jahre alt, als er nach der Trennung seiner Eltern für einige Zeit mit seiner Mutter in einem Obdachlosenheim lebte. War sie betrunken, habe er sich um sie gekümmert, sie ins Bett gebracht, das Zimmer gereinigt, sich schützend vor sie gestellt, wenn andere Bewohner gewalttätig wurden. „Diese Zeit kann ich ihr nicht verzeihen“, sagte er. Mit zehn Jahren kam er in ein Heim. Es wurde sein Zuhause. Das Verhältnis zur Mutter blieb schwierig. Besuchte sie ihn nicht, war er traurig. Wollte er, dass sie die Finger vom Alkohol lässt, verharmloste sie ihren Konsum. „Ich brachte es nicht fertig, den Kontakt abzubrechen“, sagte der Sohn. Bei seinem letzten Besuch steckte ein Messer in seinem Rucksack. „Es war das längste Küchenmesser, das ich hatte“, gab er zu. Der Prozess wegen Totschlags geht am 5. November weiter.

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