Prozess : Bewährungsstrafe nach fahrlässiger Kindstötung

Eine 21-jährige Frau ist wegen fahrlässiger Tötung ihres sechsmonatigen Sohnes zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die junge Frau hatte laut Gerichtsurteil mehr "Lust auf Party" als sich um ihren Sohn zu kümmern.

BerlinDas Amtsgericht Tiergarten sah es als erwiesen an, dass die Mutter am zweiten Weihnachtsfeiertag 2006 ihr Kind mindestens zwölf Stunden allein in der Wohnung zurückgelassen hatte, um ihrer "Lust auf Party" nachzugehen. Als die Frau am Nachmittag des Folgetages nach Disko- und Kneipenbesuchen in ihre Spandauer Wohnung zurückkehrte, war der Junge tot.

Er lag eingeklemmt zwischen Bett und Heizungsrohr. Das Kind hatte Verbrennungen dritten Grades an Rücken und Kopf erlitten. Schließlich war er an Überhitzung gestorben. Einem Gutachter zufolge dauerte der Todeskampf des Jungen eine halbe Stunde.

Junge Mutter erhält die "Chance", den "schweren Fehler" aufzuarbeiten

Im Prozess war die 21-Jährige geständig. Die Angeklagte, die eigentlich eine Mutter sei, die ihre Pflichten wahrnehme, habe durch ihr Verhalten schwere Schuld auf sich geladen, hieß es im Urteil. Das Vergnügen sei ihr wichtiger gewesen, als die Sorgfaltspflicht ihrem Sohn gegenüber. Diese Haltung habe das Kind das Leben gekostet.

Die Frau sei Täterin, aber auch "schwer getroffen durch das, was sie getan habe", sagte der Richter. Das Gericht gebe ihr daher die "Chance", den "schweren Fehler" aufzuarbeiten und zugleich eine "Lebensperspektive für sich zu schaffen". Neben der Bewährungsstrafe wurde die Angeklagte angewiesen, 1200 Stunden gemeinnützige Arbeit in einer Behinderteneinrichtung zu leisten und umgehend eine Psychotherapie zu beginnen. (mit ddp)

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