Prozess : Drahtzieher der Freinkman- Entführung vor Gericht

Einer der mutmaßlichen Drahtzieher der Entführung des Sohnes einer russischen Psychologieprofessorin muss sich seit heute vor dem Landgericht verantworten. Dem 36-Jährigen wird erpresserischer Menschenraub vorgeworfen.

BerlinGemeinsam mit Komplizen soll der Angeklagte am 18. August 2006 den damals 20-jährigen Abiturienten Vadim Freinkman nach einem Kinobesuch in einer Tiefgarage in Neukölln entführt und für seine Freilassung Lösegeld erpresst haben. Zu Prozessbeginn wollte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen äußern.

Laut Staatsanwalt war der Angeklagte in das Auto des Opfers gestiegen und hatte ihm eine Waffe an den Kopf gehalten. Er habe den Abiturienten gezwungen auf dem Rücksitz Platz zu nehmen und ihm die Augen verbunden. Gemeinsam mit einem Mittäter, der den Wagen fuhr, soll er das Opfer in eine Wohnung in der Sonnenallee gebracht haben, wo es mehrere Tage gefangen gehalten wurde.

Die Geiselnehmer hatten von der in Sankt Petersburg und Berlin anerkannten Psychologieprofessorin mit Kontakten zur Politprominenz laut Anklage ursprünglich eine Million Euro Lösegeld für die Freilassung ihres Sohnes gefordert. Rund 670.000 Euro sollen gezahlt worden sein. Einen Tag nach der Geldübergabe im brandenburgischen Ort Pausin wurde der junge Mann am 30. August freigelassen.

Ein 41-jähriger Mittäter wurde bereits zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das Verfahren gegen einen 25-jährigen Komplizen wird derzeit parallel vor dem Landgericht verhandelt. Der Prozess gegen den 36-Jährigen wird übermorgen fortgesetzt. (mit ddp)

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