Prozess : Fanmeilen-Amokfahrer wollte "nur Spaß"

Er raste mit seinem Auto mitten in feiernde Fußballfans: Im Prozess um die Amokfahrt eines 34-Jährigen auf der Fanmeile zur Fußball-WM am Brandenburger Tor hat der Angeklagte jetzt ein Geständnis abgelegt.

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Polizisten und Feuerwehrleute am Fahrzeug des Amokfahrers. -Foto: ddp

Der 34-Jährige Amokfahrer bekannte sich am ersten Verhandlungstag vor dem Berliner Landgericht für schuldig und entschuldigte sich bei den Opfern. Ein Hochgefühl habe ihn veranlasst, "Gas zu geben und immer weiter zu fahren", sagte er. Die Menschen habe er dabei nicht registriert.

Der geistig verwirrte Mann muss sich laut Anklage wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung sowie gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am Nachmittag des 2. Juli 2006 im Zustand der Schuldunfähigkeit mit seinem Pkw die Absperrung zur Fanmeile am Brandenburger Tor durchbrochen zu haben und mit bis zu Tempo 40 auf die dicht gedrängte Menschenmenge vor der Bühne zugefahren zu sein. Die Staatsanwaltschaft strebt die dauerhafte Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie an.

Bei dem Vorfall sollen 24 Besucher der Fanmeile verletzt oder gefährdet worden sein, darunter drei Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren. Ein Elfjähriger wurde schwer verletzt. Der Junge erlitt neben Prellungen eine Gehirnerschütterung und wurde stationär in einem Krankenhaus behandelt.  (mit ddp)

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