Prozess gegen 30-jährigen Briten : Vier Mal Stiche in den Hals

Im April soll ein 30-jähriger Mann in Kreuzberg vier Menschen durch Schnitte in den Hals schwer verletzt haben – unvermittelt und ohne offensichtlichen Grund. Nun steht der Brite vor Gericht.

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Der mysteriöse Täter fragte nach einer Zigarette und griff sofort an. Vier Männer soll Gordon B. innerhalb einer Woche durch Schnitte in den Hals schwer verletzt haben. Nun muss sich der 30-Jährige wegen Mordversuchs in drei Fällen sowie in einem weiteren wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht verantworten. Er hüllte sich zunächst in Schweigen und nickte, als seine Anwälte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Opfer anmeldeten.

Es war eine unheimliche Serie auf Straßen in Kreuzberg, die am 4. April begann. Der erste Schnitt in den Hals eines Opfers erfolgte in einem Streit. Zwei Tage später kam es aus Sicht der Anklage zum ersten heimtückischen Angriff. Ein angesprochener Passant habe gerade eine Zigarette spendieren wollen, als der Täter „unvermittelt und wie von vornherein geplant mit einem Messer in die rechte Halsseite schnitt“. Der 44-Jährige sowie ein nächstes Opfer konnten nur durch Notoperation gerettet werden.

Der angeklagte Brite soll damals ohne festen Wohnsitz gewesen sein. Derzeit ist er in der Gerichtspsychiatrie untergebracht. Ein 20-Jähriger, den er am 10. April attackiert haben soll, hatte ihn einen Tag später am Görlitzer Park gesehen und für seine Festnahme gesorgt. B. soll die Taten damals bestritten haben. Die Verteidigung brachte nun ins Spiel, dass die vier Opfer möglicherweise Drogenhändler seien. Der Prozess geht am Dienstag weiter.

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