Prozess gegen Charlottenburger Wirt : "Tequila war sehr günstig" - für Kinder und Jugendliche

Sie waren 15 Jahre alt und bekamen in der Bar "Eye-T" von Aytac G. was sie wollten. "Es hatte sich herumgesprochen, dass man in dem Lokal problemlos Alkohol bekam", bestätigten heute mehrere Schüler im Prozess gegen den damaligen Wirt. Im "Eye-T" in Charlottenburg hatte der 16-jährige Lukas bei einem Wetttrinken mit G. 45 Tequila in sich hineingeschüttet und war dann gestorben.

Kerstin Gehrke

Jugendliche waren offenbar die besten Kunden im "Eye-T". Nach einem Ausweis sei nie gefragt worden.

Der ehemalige Wirt muss sich seit einem Monat wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor dem Landgericht verantworten. Zudem soll er in rund 170 Fällen hochprozentigen Alkohol an Kinder und Jugendliche ausgeschenkt haben. "Tequila war sehr günstig",  erinnerte sich eine heute 18-Jährige. Für ein "Shot" (2 cl) mussten die Gäste nur einen Euro auf den Tresen legen. Lukas sei einer der Stammgäste von G. gewesen, sagte eine Zeugin. "Er trank eigentlich nicht mehr als andere Jungs", schätzte sie ein.

Lukas ahnte nicht, dass der Wirt bei dem Duell betrog. G. soll die Bedienung heimlich angewiesen haben, ihm nur Wasser zu servieren. Bis Lukas W. den Ermittlungen zufolge nach etwa 25 Schnäpsen den Schwindel entdeckte und nun beide Schnaps tranken. Lukas  brach schließlich zusammen. Der Gymnasiast kam mit etwa 4,4 Promille Alkohol im Blut ins Krankenhaus. Er starb fünf Wochen später. Nach seinem Tod berichteten damalige Kellner von dem Wett-Trinken. Der Prozess wird am 20. März fortgesetzt.

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