Prozess gegen Kunstdieb : Antiquitätenhändler soll illegal Bilder und Villa verscherbelt haben

Der Kunstdieb kam laut Anklage ganz offiziell durchs Portal der Villa: Ein langjähriger Antiquitätenhändler soll sein Ansehen ausgenutzt und sich einen Großteil des Vermögens einer Frau angeeignet haben.

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Es geht in dem Prozess gegen den 72-Jährigen ab diesem Montag im Landgericht um gestohlene Bilder sowie um die Villa, in der sie einst hingen. Die Anklage geht von einem Schaden von rund zwei Millionen Euro aus. Mittellos und verschuldet soll der Angeklagte gewesen sein, als es aus Sicht der Ermittler zwischen März 2007 und April 2009 zu den Taten kam. Als Vertrauensperson einer vermögenden Frau, die allein lebte und gesundheitliche Probleme hatte, soll er zum Betrüger und Dieb geworden sein: Erst soll sich der ehemalige Antiquitätenhändler sieben Darlehen in Höhe von insgesamt mehr als 60 000 Euro erschlichen und nie zurückgezahlt, dann bei der Kunst zugegriffen haben. Fünf Bilder von Pechstein soll er gestohlen haben. An 19 weitere Gemälde verschiedener Künstler sei er gelangt, weil ihm die Besitzerin im Vertrauen auf seine Integrität eine Generalvollmacht erteilt habe. Der Mann soll die Werke auf eigene Rechnung verkauft haben. Monate später sei es schließlich die Villa gewesen, die er unter Wert verkaufte. Ob die Frau geschäftsfähig war, als sie ihm Generalvollmacht erteilte, sei unklar.

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