Prozess in Berlin : Zwei Frauen im Schlaf überfallen: Neun Jahre Haft für Täter

Ein 33-Jähriger ist wegen besonders schwerer Vergewaltigung, Körperverletzung, Wohnungseinbruchs sowie Diebstahls verurteilt worden. Der Mann sprach von Reue, bat um Verzeihung. Doch das Opfer lehnte ab.

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Personifikation der Gerechtigkeit: Justitia
Personifikation der Gerechtigkeit: JustitiaFoto: picture alliance / dpa

Ein Albtraum wurde für zwei Frauen furchtbare Realität: Mitten in der Nacht wurden sie in ihrem eigenen Haus Opfer eines Sexualverbrechens. Fast vier Jahre nach den brutalen Überfällen auf die heute 76 und 63 Jahre alten Opfer stand am Montag für das Berliner Landgericht fest: Emil M., 33 Jahre alt, war in beiden Fällen der Täter. Wegen besonders schwerer Vergewaltigung, Körperverletzung, Wohnungseinbruchs sowie Diebstahls wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt.

Am 20. Dezember 2010 hatte sich ein Vermummter über eine Terrassentür in das Einfamilienhaus einer früheren Richterin in Pankow geschlichen. Die Frau hatte keine Chance. „Er verging sich an der schlafenden Bewohnerin“, hieß es im Urteil. Der Täter steckte dann Geld, Telefone und Orden ein. Er sprach kein Wort. Am 8. Januar 2011 hebelte Emil M. die Kellertür einer Villa in Wannsee auf – wieder vermummt und mit Handschuhen. Er fesselte die Frau und vergewaltigte sie mit einem Gegenstand.

Die zweite Tat gestand M. kurz vor dem Urteil. Die Beweislage war deutlicher als im ersten Fall. Es gab eine klare DNA-Spur am Fesselungsmaterial. M. sagte, er habe einen Hinweis bekommen, dass in der Villa Schmuck zu erbeuten sei. Er sprach von Reue, bat um Verzeihung. Die Frau lehnte ab: „So emotionslos, wie er sich hier gegeben hat, zeigt mir, dass es keine Reue ist.“ Bei ihr war er nach wortlosen Misshandlungen mit Schmuck im Wert von 50.000 Euro entkommen. Ihr war es nach dem brutalen Übergriff im eigenen Haus zunächst nicht mehr möglich, sich dort aufzuhalten.

Erst im Jahr 2012 führten Ermittlungen im Zusammenhang mit einem anderen Einbruch auf die Spur des Angeklagten. Eine Zigarettenkippe verriet ihn. Nach internationaler Fahndung wurde der aus Bulgarien stammende Bauhelfer im Juni 2014 in London festgenommen.

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