Prozess : Jugendlicher wegen lebensgefährlicher Messerattacke vor Gericht

Auf offener Straße soll der 19-Jährige einen Mann niedergestochen und danach auf das Opfer eingetreten haben. Jetzt steht der Jugendliche vor Gericht.

Ein Jugendlicher muss sich seit Donnerstag wegen versuchten Totschlags und gemeinschaftlicher Körperverletzung vor dem Berliner Landgericht verantworten. Dem heute 19-Jährigen wird vorgeworfen, im Dezember vorigen Jahres einen 26-jährigen Mann auf der Treptower Straße in Neukölln niedergestochen zu haben. Durch die Stiche in Bauch und Rücken wurden Leber und Niere des Mannes verletzt. Ohne sofortige ärztliche Behandlung hätten diese Verletzungen zum Tod geführt, sagt die Staatsanwältin.

Gemeinsam mit einem 17-jährigen Mitangeklagter soll der damals noch 18-Jährige danach noch auf das am Boden liegende Opfer eingetreten haben. Ein Begleiter des 26-Jährigen wurde laut Anklage von dem 17-Jährigen noch mit Faustschlägen traktiert, so dass er zu Boden fiel. Die Anklage geht davon aus, dass sich die Jugendlichen an dem Abend spontan entschieden hatten, die Passenten zusammenzuschlagen, weil sich von ihnen beleidigt fühlten. Von dem Messerangriff des 18-Jährigen soll der jüngere Mittäter allerdings nichts bemerkt haben und damit auch nicht einverstanden gewesen sein.

Während der ältere Angeklagte zunächst keine Angaben zum Vorfall machen wollte, hat der 17-Jährige über seinen Verteidiger seine Tatbeteiligung pauschal gestanden. Es sei eine „normale Situation gewesen, die explosionsartig eskalierte“, sagte der Anwalt. Sein Mandant habe „keine rationale Erklärung dafür“ und bedaure das alles sehr. Nach Aussage des Opfers war dem Messerangriff ein „Wortgefecht“ im Bus vorausgegangen. Er habe dort „jemanden“ versehentlich angerempelt, woraufhin der damals 18-Jährige ihn sofort angepöbelt habe. Nachdem er und sein Freund ausgestiegen waren, seien beide Angeklagten vor ihnen gelaufen und plötzlich stehen geblieben. Dem Opfer zufolge stach der 18-Jährige zu, als er an den Angeklagten vorbei wollte.

Der Prozess wird am 17. März fortgesetzt. (dapd)

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