Prozess : Jungen an Freier vermittelt: Vier Jahre Haft

Er vermittelte einen 15-Jährigen an mehrere Freier und hatte trotz HIV-Infektion ungeschützten Sex mit drei anderen Jugendlichen: Das Berliner Landgericht verhängte heute das Urteil gegen den Täter.

BerlinEin 42-jähriger Mann ist am Dienstag wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen vom Berliner Landgericht zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Der Kaufmann wurde schuldig gesprochen, im Sommer 2007 einen 15-Jährigen übers Internet an zehn Freier vermittelt und zwei Drittel der Bezahlung für sich behalten zu haben. Zwischen 50 und 150 Euro hatten die Freier für den Sex gezahlt.

Ferner habe der HIV-infizierte Angeklagte mit drei 15- und 16-jährigen Jungen ungeschützten Sexualkontakt gehabt und damit die Infizierung der Jugendlichen in Kauf genommen, hieß es im Urteil. Das Gericht hielt ihm vor, trotz der Erkrankung weiterhin Kontakt zu den Jungen gepflegt zu haben. Ihm wurde "nahe gelegt", eine Therapie zu machen.

Der heute 17-jährige Jugendliche hatte im Prozess ausgesagt, von dem Angeklagten in einer Bar in Schöneberg angesprochen worden zu sein und sich freiwillig zum Sex mit den Freiern bereit erklärt zu haben. Im Prozess hatte der Angeklagte über seinen Verteidiger ein Geständnis abgelegt. (svo/ddp)

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