Prozess : Linker wegen Angriffs auf Neonazis vor Gericht

Der in der linken Szene als "Matti" bekannte Antifaschist Matthias Z. muss sich ab morgen wegen eines Angriffs auf ein Pärchen aus der rechten Szene vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Dem 22-Jährigen wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

BerlinEr soll Ende November 2006 mit zwei Mittätern den szenebekannten Sebastian Z. und dessen Freundin Stefanie P. auf dem U-Bahnhof Lichtenberg mit Totschlägern angegriffen und verletzt haben.

Die belastenden Aussagen der Opfer hatten im Dezember 2006 zur Verhaftung des Angeklagten geführt. Die Staatsanwaltschaft erhob ursprünglich Anklage wegen versuchten Totschlags, schwächte den Vorwurf später aber ab. Politiker verschiedener Parteien und Gewerkschaften hatten sich für eine Entlassung des jungen Mannes aus der Untersuchungshaft eingesetzt. Im März kam der 22-Jährige wieder auf freien Fuß.

Ermittlungen zufolge könnte es sich bei dem Angriff um einen Racheakt Linker handeln, nachdem Tage zuvor ein PDS-Nachwuchspolitiker in Lichtenberg angegriffen worden war. Matthias Z. hat sich bislang zum Tatvorwurf nicht geäußert.

Die Belastungszeugen Sebastian Z. und Stefanie P. sind der Justiz bekannt. Beide standen im Juni vor Gericht. So wurde Stefanie P. wegen Volksverhetzung und Beleidigung eines Farbigen vom Jugendschöffengericht verwarnt. Sebastian Z. wurde schuldig gesprochen, im November 2006 gemeinsam mit rund 15 "eher rechts motivierten" Personen drei Linke an einem Antifa-Stand in Lichtenberg angegriffen und verletzt zu haben. (mit ddp)

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