Prozess : Mai-Randalierer verurteilt

Bei den diesjährigen Maikrawallen in Kreuzberg warf er mit einem Stuhl, einer Glasflasche und einem gefüllten Müllsack - am Dienstag wurde der Jugendliche zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

erster mai
Randale am 1. Mai in Berlin. -Foto: dpa

BerlinEin 18-Jähriger ist am Dienstag vom Amtsgericht Tiergarten wegen Landfriedensbruchs zu einer Jugendstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Vor knapp zwei Monaten war er an den Maikrawallen in Kreuzberg beteiligt. Darüber hinaus wurde der Jugendliche wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung bestraft.

Aus einer Gruppe vermummter Randalierer hatte der Angeklagte einen Stuhl, eine Glasflasche und einen gefüllten Müllsack, in dem mindestens eine Flasche war, nach Polizeibeamten geworfen - so sah es das Gericht. Die Beamten blieben unverletzt, doch am Polizeifahrzeug entstand ein Blechschaden. Zuvor hatte der 18-Jährige bei einer Straßenblockade Glasflaschen in Richtung der Einsatzfahrzeuge geworfen.

Auch andere Menschen in Gefahr gebracht

Mit dem Urteil folgt das Gericht dem Antrag des Staatsanwalts. "Wer in jeder Uniform eine Bedrohung sieht, wird sich immer provoziert fühlen", rügte der Ankläger die Einstellung des Jugendlichen. Er habe alles geworfen, was nicht "niet- und nagelfest war". Dem Angeklagten müsse klar gemacht werden, wie sinnlos und gefährlich Flaschenwürfe seien - durch eine Schreckreaktion des Kraftfahrers könnten auch andere Menschen gefährdet werden.

Der Randalierer war vor Gericht geständig. Er habe eigentlich am 1. Mai keine Randale machen, sondern "friedlich gegen das System demonstrieren" wollen, sagte er. Doch er habe sich von einem "Polizeibeamten mit Knüppel" durch eine winkende Geste zum Angreifen provoziert gefühlt. (jg/ddp)

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