Prozess : Mann soll Ehefrau angefahren haben

Im Juni 2008 soll ein 58-Jähriger seine Frau mit dem Auto angefahren und dabei schwer verletzt haben. Wenige Tage zuvor habe er ihr mit Mord gedroht. Seit Dienstag steht er nun vor Gericht.

BerlinWegen versuchten Totschlags muss sich seit Dienstag ein 58-jähriger Mann vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der Angeklagte soll im Juni vorigen Jahres versucht haben, seine getrennt lebende Ehefrau auf offener Straße zu töten. Der Anklage zufolge fuhr er mit seinem Auto von hinten auf die Frau zu, als sie in Begleitung eines Bekannten die Straße entlang ging. Die heute 38-Jährige wurde von dem Fahrzeug erfasst, erlitt schwere Fußverletzungen und musste mehrfach operiert werden.

Das Gericht hat zu Prozessbeginn den rechtlichen Hinweis erteilt, dass auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes aus Heimtücke möglich sei. Der Angeklagte wollte sich zum Vorwurf zunächst nicht äußern. Das Attentat geschah, als Mutter und Sohn spätabends noch einen Spaziergang machen wollten. Vor der Haustür trafen sie zufällig einen Bekannten, der sie ein Stück begleitete. Sie habe ihren Mann zwar nicht im Auto gesehen, sagte die Frau. "Ich bin mir aber hundertprozentig sicher, dass er es war. Kein anderer Mensch würde so was mit mir machen." Ihr Begleiter und auch ihre Kinder hätten jedoch den Vater im Auto erkannt, sagte sie.

Täter habe zuvor am Telefon mit Mord gedroht

Die Frau berichtete, dass ihr Mann damals "fast jeden Tag" angerufen, sie beleidigt und bedroht sowie ihr aufgelauert habe. "Manchmal saß er stundenlang im Auto und hat unser Haus beobachtet", sagte sie. Wenige Tage vor der Tat habe er dann in einem Telefonat geäußert: "Irgendwann hast Du einen Unfall. Du stirbst auf der Straße."

Nach Angaben der Frau hatte ihr Ex-Mann sogar den Sohn gedrängt, sie umzubringen, weil sie seinen Stolz verletzt habe. Das Paar war seit 1991 verheiratet und hat vier gemeinsame Kinder. Die Heirat wurde damals von den Eltern arrangiert. Die Ehe ist unterdessen geschieden. Der Prozess wird am 11. Juni fortgesetzt. (jz/ddp)

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