Prozess : Marihuana-Handel in Moabiter Café

Wegen Marihuana-Handels im großen Stil müssen sich seit Montag sechs Männer im Alter von 23 bis 64 Jahren vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihnen wird bandenmäßiger Drogenhandel vorgeworfen.

BerlinIn der Zeit von Februar 2007 bis Oktober 2008 sollen sechs Männer zwischen 23 und 64 Jahren über ein Café in Moabit täglich 180 Gramm Marihuana verkauft haben. Die Szenetütchen wurden für zehn Euro pro Gramm angeboten. Der Anklage nach verdiente die Bande pro Tag 1800 Euro.

Monatlich zwei Kilo Marihuana

Bei einer Großrazzia im Oktober vorigen Jahres wurden die Männer festgenommen. Sie sitzen seither in Untersuchungshaft. Der 23-jährige Haupttäter hat zu Prozessbeginn über seinen Anwalt die Vorwürfe eingeräumt. Er ist bereits einschlägig vorbestraft. Den Angaben nach wurden in "Spitzenzeiten" monatlich zwei Kilo Marihuana verkauft.

Zwei Mitangeklagte im Alter von 23 und 25 seien für das Verpacken und das Ausliefern zuständig gewesen und auch am Gewinn beteiligt worden, hieß es. Der 25-jährige Mitangeklagte gab vor Gericht Geldnot als Motiv an. Er habe auf Abruf dreimal täglich die Drogen mit seinem Fahrrad ausgeliefert und dafür zwischen 500 und 1000 Euro im Monat erhalten, hieß es. Die Mitangeklagten wollten sich zunächst nicht äußern. Der bis Ende April terminierte Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. (jg/ddp)

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