Prozess : Mehrere Mädchen 13 Jahre lang missbraucht

Er schlich sich als väterlicher Freund ein und nutzte das Vertrauen von mehreren Mädchen aus. Sexualtäter Klaus R. gestand dutzendfache Übergriffe. Sein jüngstes Opfer war erst knapp vier Jahre alt.

Berlin - Es dauerte lange, bis Sexualtäter Klaus R. aus Buckow aufflog. Über 13 Jahre hinweg hatte der inzwischen 56-Jährige mehrere Mädchen missbraucht. Sein jüngstes Opfer war knapp vier Jahre alt, als die Übergriffe begannen. 69 Fälle sind in der Anklage aufgelistet – von Berührungen bis hin zu Vergewaltigungen. Schockierende Taten, bei denen R. die Mädchen zum Teil mit Drogen betäubt hatte. Vor dem Landgericht legte er gestern ein kurzes Geständnis ab: „Es trifft soweit alles zu.“ Dann schwieg er.

Er schlich sich als väterlicher Freund ein. Eine der Familien lernte er kennen, als er für einen Pizza-Dienst arbeitete. Die Eltern zweier Mädchen trennten sich. Da bot Klaus R. verstärkt seine Hilfe an. Vor allem die jüngere Schwester degradierte er zum Objekt seiner sexuellen Begierde. Sie war den Ermittlungen zufolge noch nicht acht Jahre alt, als er sie vergewaltigte. Ein weiteres Opfer fand er bei einem Arbeitskollegen.

Auch die Eltern dieses Mädchens lebten in Trennung. Die Schülerin war etwa zehn Jahre alt, als sie der Angeklagte mit in seine Wohnung nahm. Als sie zwölf war, hatte er mit ihr einen Modelvertrag geschlossen. Er soll ihren Körper akribisch vermessen und ihre Entwicklung protokolliert haben. Damals, im Frühsommer 2008, bot er das Mädchen auch im Internet an. Nach einem anonymen Hinweis rief ein Polizist als angeblicher Interessent an. Die Zwölfjährige könne für hundert Euro die Stunde „in allen Posen nur mit Slip bekleidet fotografiert werden“, hieß es.

Ein Jahr später konnte der mutmaßliche Kinderschänder endlich gefasst werden. Als Polizisten im Juli 2009 seine Wohnung durchsuchten, fanden sie eindeutige Beweise: R. hatte die sexuellen Übergriffe oft gefilmt. Insgesamt vier DVDs mit kinderpornografischen Dateien wurden sichergestellt. Der Prozess gegen den Mann, der 1983 wegen sexueller Nötigung und später mehrfach wegen Diebstahls zu Haftstrafen verurteilt worden war, geht Donnerstag weiter. K.G.

0 Kommentare

Neuester Kommentar