Prozess : Mutmaßlicher Autobrandstifter vor Gericht

Im Juli vergangenen Jahres soll ein 25-Jähriger ein Oberklasse-Auto in Kreuzberg angezündet haben. Im Prozess spricht der Angeklagte von einem Exempel, das an ihm statuiert werden solle.

Wegen Autobrandstiftung muss sich seit Dienstag ein 25-jähriger Mann vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten. Der Niederländer soll im Juni vergangenen Jahres in Kreuzberg ein hochwertiges Fahrzeug mit Grillkohleanzünder in Brand gesetzt haben. Durch das Feuer wurden wesentliche Bauteile im Motorraum beschädigt, so dass am Fahrzeug nahezu Totalschaden entstand.

Vor Gericht äußerte sich der Angeklagte zum Vorwurf nicht. In einer Erklärung warf er der Staatsanwaltschaft vor, zur Abschreckung an ihm "ein Exempel statuieren" zu wollen. Offenbar mache es ihn schon zum Brandstifter, dass er "in einem Haus ohne Heizung wohne und dort Grillanzünder verwendet werde", hieß es darin. Im vergangenen Jahr waren bei vermutlich politisch motivierten Brandanschlägen in Berlin fast 300 Fahrzeuge beschädigt worden.

Die Anklage ging davon aus, dass der 25-Jährige damals mit einem Mittäter das Feuer legte. Beide wurden von Zivilpolizisten in der Nähe des Tatortes festgenommen. Das Amtsgericht Tiergarten hatte das Verfahren gegen den 18-Jährigen aber nicht eröffnet. Auch der Angeklagte war im September vergangenen Jahres zunächst aus der Untersuchungshaft freigekommen. Nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft wurde der Haftbefehl jedoch wieder in Kraft gesetzt. Der Niederländer hatte sich dann in seiner Heimat der Polizei gestellt. Seit August sitzt er nun wieder im Berliner Untersuchungsgefängnis.

Nach Aussage eines Zivilpolizisten hatten sie sich entschlossen, die beiden Personen zu überprüfen, weil sie sich "verdächtig" verhielten. Sie hätten sich im Laufen ständig umgedreht, sagte der 44-Jährige. Es könne aber auch wegen dem Martinshorn der Einsatzfahrzeuge gewesen sei, dass sie sich umdrehten, äußerte der Beamte. Seinen Angaben nach stellte er bei der Überprüfung an der Jacke des 25-Jährigen dann "weiße Anhaftungen fest", die dieser versucht habe, mit einer Armbewegung wegzuwischen. Der Prozess wird am 28. September fortgesetzt. (dapd)

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