Prozess : Neun Jahre Haft für Vergewaltiger von zwei Mädchen

Fast sieben Jahre nach der Tat ist ein 48-jähriger Berliner wegen eines schweren Sexualverbrechens verurteilt worden. Er hatte sich vor dem Kellereingang einer Neuköllner Kirche an zwei neun- und zehnjährigen Mädchen vergangen.

Kerstin Gehrke

Die beiden Mädchen waren auf dem Heimweg, als sie von einem Fremden angesprochen wurden. „Ich will euch etwas zeigen“, meinte er. Die neun und zehn Jahre alten Schülerinnen wären nicht mitgegangen. Aber Robert M. zog eine Pistole. Er missbrauchte die Kinder und verschwand unerkannt. Das war im Dezember 2002. Sechs Jahre später aber kamen ihm die Ermittler durch einen DNA-Abgleich auf die Spur. Am Freitag verhängte das Landgericht unter Einbeziehung eines früheren Urteils neun Jahre Gefängnis gegen den 48-Jährigen.

Sein Basecap hatte der Angeklagte im Gericht tief ins Gesicht gezogen. Ihm sei das alles „extrem peinlich“, sagte sein Verteidiger. Robert M. könne sich „nicht erklären, wie es zu der Tat gekommen ist“. Die Vorwürfe räumte der gelernte Klempner aus Kreuzberg pauschal ein. Er sitzt bereits seit Februar 2007 hinter Gittern, weil er eine Prostituierte sadistisch misshandelt hatte. Damals wurde seine DNA erfasst. Eine Analyse überführte ihn schließlich auch als jenen Täter, von dem man nach dem Verbrechen an den Mädchen mehrere Spuren sichergestellt hatte.

Von Passanten unbeirrt führte er sie in Britz durch mehrere Straßen. „Keine Mätzchen, ich habe viel Munition“, drohte er. An einem abgelegenen Kirchengelände mussten sie über einen Zaun klettern und eine Treppe hinuntersteigen. Hilfe war nicht zu erwarten. Sie mussten sich niederknien, ihn oral befriedigen. „Wenn wir nicht gehört haben, hat er die Pistole gezeigt“, sagten sie am Abend bei ihrer polizeilichen Vernehmung. „Er hat gesagt, er erschießt uns, wenn wir schreien.“

Etwa 40 Minuten waren die Schülerinnen in seiner Gewalt. „Er hat reine Macht ausgeübt, sich an Mädchen herangemacht, die wehr- und hilflos waren“, sagte die Anklägerin. Wie sie sprach auch die Vorsitzende Richterin von einer kaltblütigen Tat. Strafmildernd wurden eine erhöhte Strafempfindlichkeit wegen einer Krebserkrankung des Sexualtäters und sein Geständnis gewertet.

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