Prozess : Patientinnen missbraucht? Pfleger bestreitet Vorwürfe

Patientinnen hatten schwere Vorwürfe erhoben, doch der Fall ist umstritten: Ein Krankenpfleger muss sich seit gestern wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs verantworten.

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Er soll sich von Januar bis Mai 2006 in einem Krankenhaus an vier Frauen mit psychischen Erkrankungen vergangen haben. Der 34-Jährige wies das vehement zurück. „Dass ich meinen Beruf ausgenutzt haben soll, ist etwas, das mich zornig und wütend macht“, erklärte der Spandauer. Er habe sich nichts vorzuwerfen.

Zu Übergriffen soll es in einem Patientenzimmer, in der Personaldusche im Keller der Klinik sowie im Fernseh- und Gymnastikraum gekommen sein. Eine Frau habe er mit Schlaftabletten betäubt und dann missbraucht, hieß es weiter in der Anklage. In einem anderen Fall habe er beim gemeinsamen Rauchen und durch Schmeicheleien das Vertrauen einer Patientin gewonnen. Einer weiteren Frau soll er gedroht haben, eine Anzeige sei zwecklos, weil ihr die Polizei aufgrund ihrer psychischen Probleme ohnehin nicht glauben würde. Die Staatsanwaltschaft geht von insgesamt sechs Übergriffen aus.

Seit 16 Jahren ist der Angeklagte im Beruf. „Mit Erfolg“, sagte der zweifache Vater. Doch seit nunmehr vier Jahren begleite ihn Angst. Seitdem läuft das Verfahren, für das er keine Erklärung habe. „Ich habe Glück, dass meine Frau hinter mir steht“, sagte der Krankenpfleger. Auch sein Arbeitgeber halte zu ihm. Der Prozess wird Mittwoch fortgesetzt.

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