Prozess : Pflegerin wegen Mordanschlags vor Gericht

Weil sie verschuldet war, beraubte eine Pflegerin Senioren. Um die Taten zu vertuschen legte sie Feuer in der Wohnung einer 81-Jährigen. Die Frau wäre fast verbrannt.

BerlinNach einem Mordanschlag auf eine pflegebedürftige Seniorin muss sich seit heute eine Altenpflegerin vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der 28-Jährigen wird versuchter Mord, schwere Brandstiftung sowie Diebstahl, Betrug und das Vortäuschen einer Straftat vorgeworfen. Sie soll im Dezember 2006 versucht haben, eine 81-Jährige im Schlaf zu töten. Laut Anklage wollte die angelernte Krankenpflegerin damit verhindern, dass man ihren Betrügereien auf die Schliche kommt. Seit Juni 2005 soll die für einen privaten Pflegedienst tätige Frau fünf von ihr betreuten Rentnern insgesamt 1900 Euro und Schmuck gestohlen haben. Der 81-Jährige habe sie zudem zwei Überweisungsscheine entwendet und damit 3500 Euro auf ihr Konto überweisen lassen.
 
Bei dem Mordanschlag entzündete die 28-Jährige laut Anklage in der Charlottenburger Wohnung der Rentnerin Benzin. Die 81-Jährige erlitt eine Rauchgasvergiftung. Die Angeklagte rettete sich mit einem Sprung aus dem Küchenfenster der im vierten Stock gelegenen Wohnung und verletzte sich. Um ihre Verletzungen zu erklären, gab sie bei der Polizei an, von zwei Männern beraubt worden zu sein. Sie habe Panik bekommen und nicht gewusst, wie sie aus der Sache heraus kommen könne, sagte die Angeklagte vor Gericht. Um die belastenden Kontounterlagen zu vernichten, habe sie bei der Rentnerin das Feuer gelegt. "Ich habe aber nicht gedacht, dass die Frau sterben könnte", sagte die allein erziehende Mutter. Sie gab an, Schulden gehabt zu haben. Vor einer Magenband-Operation habe sie rund 150 Kilogramm gewogen. Nachdem sie schlanker geworden sei, habe sie sich neue Sachen wie Kleidung, Möbel und ein Auto gekauft. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. (mit ddp)

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