Prozess : Polizist attackierte Obdachlosen mit Pfefferspray

Ohne ersichtlichen Grund hat ein Berliner Polizist einen Obdachlosen mit Pfefferspray attackiert und wegen Körperverletzung angezeigt. Vor Gericht schämte er sich für den Vorfall.

BerlinEin Polizeioberkommissar ist heute vom Amtsgericht Tiergarten wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt und Verfolgung Unschuldiger zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zusätzlich muss er insgesamt 6000 Euro an eine Obdachlosenorganisation zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 45-Jährige bei einem Polizeieinsatz im Dezember vergangenen Jahres einem Obdachlosen auf dem U-Bahnhof Fehrbelliner Platz grundlos Pfefferspray ins Gesicht gesprüht hatte. Um den Reizgasangriff zu rechtfertigen, hatte der Beamte danach ein Ermittlungsverfahren gegen das Opfer wegen versuchter Körperverletzung eingeleitet.

Vor Gericht war der Angeklagte geständig. Er schäme sich heute für diesen Vorfall, sagte er. Er habe jahrlang ein Alkoholproblem gehabt und sei körperlich sowie geistig "in mehr als schlechter Verfassung" gewesen. "Ich war nicht wissentlich alkoholisiert im Dienst", sagte der Angeklagte. Aber sein "Wesen" habe sich durch das Problem verändert. Aus heutiger Sicht sei es für ihn unverständlich, wie er "jegliches Maß verlieren konnte". (mit ddp)

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