Prozess : Sexualstraftäter wegen erneutem Kindesmissbrauch vor Gericht

Er soll Kinder auf einem Campingplatz belästigt und einen Jungen in seiner Wohnung vergewaltigt haben. Jetzt muss sich der 48-Jährige vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der Angeklagte ist HIV-infiziert.

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern muss sich seit Dienstag ein 48-jähriger Mann vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im Juni vergangenen Jahres einen 13-jährigen Jungen in seiner Neuköllner Wohnung vergewaltigt und geschlagen zu haben. Ebenfalls im Juni soll er beim Camping an einem Baggersee in Kaulsdorf zwei zehn- und elfjährige Jungen in seinem Zelt sexuell belästigt haben. Der Angeklagte, der HIV-infiziert ist, wurde seit 1991 wiederholt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt.

Vor Gericht räumte der 48-Jährige über seinen Verteidiger zwar die Übergriffe auf die beiden Minderjährigen beim Campen ein, bestritt jedoch den Missbrauch an dem 13-Jährigen. Der Anklage nach hatte er den Jungen am Biesdorfer See angesprochen und in seine Wohnung mitgenommen. Dort soll er dem Kind ins Gesicht geschlagen haben, als es fliehen wollte. Aus Angst soll das Opfer die sexuellen Übergriffe schließlich zugelassen haben. Erst als sein Peiniger eingeschlafen war, sei es aus dem Fenster gestiegen und am Fallrohr aus der dritten Etage nach unten geklettert, heißt es in der Anklage.

Im Zusammenhang mit der Aussage des Opfers beantragte der Verteidiger im Prozess, ein aussagepsychologisches Gutachten zur Glaubwürdigkeit des Jungen erstellen zu lassen. Die Persönlichkeit des Kindes biete „derart viele Auffälligkeiten“, dass dies geboten sei, sagte er. Der Prozess wird am 9. Februar fortgesetzt. (ddp)

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