Prozess : Söhne missbraucht: Vater angeklagt

Einer der Söhne war 15 Jahre alt, als er gegen den Vater auspackte. Er berichtete einer Familientherapeutin von sexuellen Übergriffen. Es war wie ein Signal an die Geschwister. Der Staatsanwalt fordert Sicherungsverwahrung für den Täter.

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Auch sein Zwillingsbruder und der zwölf Jahre ältere Stiefbruder offenbarten sich. Szenen, in denen er mit Drogen gefügig gemacht und zum Sex gezwungen worden sei, schilderte vor allem der Stiefsohn. Vor sieben Monaten wurde Sven J. verhaftet. Die Richter am Berliner Landgericht müssen seit Dienstag auch prüfen, ob er ein „gefährlicher Hangtäter“ und damit ein Fall für die Sicherungsverwahrung ist.

„Es war auf jeden Fall gegen seinen Willen, ohne Drogen hätte er nicht mitgemacht“, sagte der 38-jährige Mann aus Hohenschönhausen. Gewalt aber habe es nicht gegeben. Der Junge sei bereits 16 Jahre alt gewesen, als er ihn missbrauchte, um sein „Verlangen nach Doktorspielen“ zu befriedigen. Die angeklagten Übergriffe auf einen der Zwillingsbrüder gab er im Wesentlichen zu und sagte, dass die Anklage mit insgesamt 44 Fällen wohl nicht vollständig sei.

Sven J. zog vor 17 Jahren mit der Mutter des Stiefsohns zusammen. Das Paar hat inzwischen vier gemeinsame Kinder. Der Stiefsohn war laut Anklage 13 Jahre alt, als er Opfer des vorbestraften Maurers wurde. Widerstand sei durch körperliche Repressalien gebrochen worden. Er habe ihn teilweise gefesselt und geschlagen. Der Junge habe große Schmerzen und auch blutende Verletzungen erlitten. Aus Angst soll er sich schließlich nicht mehr gewehrt haben. Als er 18 Jahre alt war, zog der Stiefsohn aus. Die Zwillinge sollen elf Jahre alt gewesen sein, als die Übergriffe begannen. Der Prozess geht am 2. Dezember weiter.

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